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Ackermann soll es bei den Griechen richten

Der Chef der Deutschen Bank soll bereits mit Finanzinstituten über einen Schuldenschnitt für Griechenland verhandeln. Wolfgang Schäuble appelliert derweil an die Verantwortung der restlichen EU-Staaten.

Für sein Verhandlungsgeschick bekannt: Josef Ackermann.
Für sein Verhandlungsgeschick bekannt: Josef Ackermann.
Keystone

Nach Informationen der «Bild»-Zeitung verhandelt Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann bereits über einen Schuldenschnitt für Griechenland. Damit setze die Bundesregierung auf das Verhandlungsgeschick des Bankers, berichtete das Blatt unter Berufung auf Finanz- und Regierungskreise. Ziel sei ein Schuldenerlass von 50 Prozent, den die Banken freiwillig akzeptieren sollten. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Bericht nicht äussern.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hat sich derweil dafür ausgesprochen, Griechenland mehr Schulden zu erlassen als bisher vereinbart. Eine dauerhafte Lösung sei nur mit einer «Reduzierung der griechischen Gesamtverschuldung» möglich, sagte Schäuble am Sonntagabend in der ARD-Sendung «Bericht aus Berlin». Der Verzicht der Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen müsse dafür höher ausfallen als im Juli vereinbart.

Gefahr einer Ansteckung verringern

Banken und Investoren hatten im Juli zugesagt, freiwillig auf im Schnitt 21 Prozent ihrer Forderungen zu verzichten. «Wir wollen, wenn möglich, das mit den Banken im Wege einer Vereinbarung treffen», sagte Schäuble. «Aber klar ist, es muss eine Beteiligung des Privatsektors sein, die ausreichend ist, dass wir mit Griechenland auf eine dauerhaft tragfähige Lösung kommen.» Laut Schäuble soll der Schuldenschnitt Teil eines Gesamtpaketes sein, das die Staats- und Regierungschefs der EU auf ihrem Gipfeltreffen in der kommenden Woche verabschieden sollten.

Schäuble betonte zudem, auch andere Staaten müssten ihren Beitrag im Kampf gegen die Schuldenkrise leisten. Die Gefahr der Ansteckung müsse verringert werden. Dabei seien die Länder gefordert, die über Jahre eine zu hohe Staatsverschuldung angehäuft hätten. Zudem bestehe eine Ansteckungsgefahr im Bankensektor, da die Kapitalausstattung zu knapp sei. Es sei deshalb «eine wichtige Vorsorge», dass die Banken mit ausreichend Kapital ausgestattet seien.

«Wir brauchen eine europäische Lösung»

Sollten es den systemrelevanten Banken nicht gelingen, sich das Geld für eine bessere Kapitalausstattung selbst zu besorgen, müssten die Staaten einspringen, sagte Schäuble in der ZDF-Sendung «Berlin direkt». Dies werde in Deutschland allerdings nur gegen Auflagen geschehen. Möglich sei auch, dass die Banken «Kapitalanteile dem Staat übergeben» - «die kann man ja hinterher wieder verkaufen».

Die unter anderem von Deutschland und Frankreich geforderte Finanztransaktion-Steuer werde am kommenden Wochenende allerdings «sicherlich nicht» kommen, sagte Schäuble. Es sei aber notwendig, weiter an den Plänen zu arbeiten. Er selbst werde am Montag in London dafür werben, glaube aber nicht an eine Zustimmung der Briten. «Wir brauchen eine europäische Lösung», betonte Schäuble. Notfalls müsse die Eurozone vorangehen.

AFP/kpn

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