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ABB profitiert von Firmenübernahme

Der Zürcher Konzern hat im dritten Quartal zugelegt. Der Umsatz wuchs gar zweistellig. Dazu beigetragen hat insbesondere eine Übernahme Anfang dieses Jahres.

Der Technologiekonzern ABB spürt die rückläufige Nachfrage aus einigen Industriesektoren und den Preisdruck insbesondere im Energietechnikgeschäft. Umsatz und Gewinn legten im dritten Quartal weniger stark zu als erwartet. Auch die Aussichten sind angesichts von Schuldenkrise und nachlassendem Wirtschaftswachstum unsicherer geworden. So sank beispielsweise der Auftragseingang in China um 5 Prozent. Prognosen für den weiteren Geschäftsverlauf zu treffen sei beim aktuellen Umfeld schwierig, sagte Konzernchef Joe Hogan am Donnerstag. Für China sei er aber nicht pessimistisch.

ABB habe den Auftragsbestand insgesamt um 7 Prozent ausbauen können. Gefragter waren Elektromotoren und Roboter, ebenso wie Serviceleistungen im Öl- und Gassektor. Das Energietechnikgeschäft profitiert vom Bau von Stromverteilungsnetzen in Schwellenländern und von erneuerbaren Energiequellen. Der Auftragseingang nahm sogar um 20 Prozent auf 9,826 Milliarden Dollar zu. Dazu trug aber die übernommene US-Gesellschaft Baldor Electric wesentlich bei. Das organische Auftragswachstum betrug 6 Prozent. ABB konnte den bisher grössten Stromübertragungsauftrag verbuchen: für rund 1 Milliarden Dollar wird ein Windpark in der Nordsee ans deutsche Festlandnetz angeschlossen.

Solche Infrastruktur-Grossprojekte werden von langer Hand vorbereitet, dieses Geschäft reagiert verzögert auf Wirtschaftskrisen. Im frühzyklischen Geschäft, das rund ein Fünftel zum ABB-Umsatz beiträgt, hat sich das Wachstum aber bereits abgeschwächt. Das liege am starken Vorjahresquartal und an der rückläufigen Nachfrage in einigen Industriesektoren, hiess es.

Solides Wachstum

Der Konzernumsatz weitete sich zwar um 18 Prozent auf 9,337 Milliarden Dollar aus. In Lokalwährungen waren es aber 11 Prozent und organisch nur 4 Prozent. In der Prozessautomation stagnierte der Umsatz, sonst wuchs er in allen Divisionen. Die operative Marge erhöhte sich in allen Bereichen, das Kabelgeschäft etwa kehrte in die schwarzen Zahlen zurück.

Der Konzerngewinn stieg um 2 Prozent auf 790 Millionen Dollar. Mit Kostensenkungen habe ABB den Preisdruck im Energietechnikgeschäft erneut mehr als ausgleichen können, erklärte Hogan. Die Talsohle bei den Preisen in der Stromübertragung sei wohl erreicht.

Bei Kostensenkungen auf Kurs

ABB peilt für 2011 Kostensenkungen um mindestens 1 Milliarden Dollar an. Davon wurden in den ersten neun Monaten 750 Millionen Dollar erzielt. Im dritten Quartal waren es 270 Millionen Dollar, wovon etwa 60 Prozent mit optimiertem Einkauf erzielt wurden. Demgegenüber verlor ABB mit Derivategeschäften im Berichtsquartal rund 100 Millionen Dollar.

ABB verfehlte mit den Zahlen zum dritten Quartal zwar die Prognosen der Analysten. Die Marge liege bereinigt um Währungs- und Rohstoffeffekte sowie um die Derivategeschäfte aber im Rahmen der Erwartungen, hiess es.

Das Wachstum sei weiterhin solide, zudem werde das Potenzial der neuen erneuerbaren Energien unterschätzt. Die ABB-Aktie legte am Donnerstag anfänglich zu, notierte gegen Mittag aber um 0,5 Prozent schwächer auf 17,16 Franken.

SDA/jak

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