Schweiz zahlt für Griechenland mit

Damit der Franken gegenüber dem Euro nicht noch stärker wird, greift die Nationalbank ein – mit einem ansehnlichen Betrag.

40 Milliarden Franken in drei Monaten: Schweizerische Nationalbank, Demonstrantin am Samstag in Athen.

40 Milliarden Franken in drei Monaten: Schweizerische Nationalbank, Demonstrantin am Samstag in Athen.

Damit sich der Schweizerfranken dem kriselnden Euro gegenüber nicht noch stärker verteuert, greift die Schweizerische Nationalbank (SNB) laufend in den Währungsmarkt ein: Allein in den Monaten Januar bis April hat sie für über 40 Milliarden Franken Euro gekauft, um den Kurs der Einheitswährung zu stützen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

SNB-Präsident Philipp Hildebrand sagte dazu: «Die Nationalbank wirkt einer übermässigen Aufwertung des Frankens entschieden entgegen.» Laut «NZZ am Sonntag» waren die Stüzungsmassnahmen erfolgreich: Im letzten Halbjahr hat der Euro gegenüber dem Franken nur rund 5 Prozent an Wert verloren, während der Verlust gegenüber dem Dollar 10 Prozent beträgt.

Schlecht für die Exportindustrie

Die Nationalbank geht mit dem Kauf der Einheitswährung ein erhebliches Klumpenrisiko ein: Der Euro-Anteil an den Währungsreserven der SNB ist in den letzten zwei Jahren von 47 auf 65 Prozent gestiegen. Aus diesem Grund schüttet die Bank weniger Gewinn an Bund und Kantone aus und macht mehr Rückstellungen.

Ein teurer Franken wirkt sich vor allem auf Exportindustrie und Tourismus der Schweiz nachteilig aus. Zudem besteht das Risiko, dass die gesamte Wirtschaft in eine Deflation geraten könnte, was Konsum und Investitionen belasten würde.

oku

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