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Schrumpfkur statt Wachstum

Wer sich stark über Konsum und Vermögen definiert, dem stehen harte Zeiten bevor, sagt der Philosoph David Bosshart.

David Bosshart, Chef des Gottlieb-Duttweiler-Instituts, ruft uns zu mehr Respekt gegenüber den Nachgeborenen auf. «Wir leben bequem im grösstenteils geerbten Wohlstand und häufen Schulden an, die wir nicht mehr berappen werden», kritisiert der Trendforscher. Seine Empfehlung lautet: Weniger Erwerbsarbeit, weniger Reisen, weniger Fleischkonsum. Selber hält er sich nur teilweise daran. PDF-Datei zum Download

Herr Bosshart, Papier ist geduldig, viele Buchautoren predigen Wasser und trinken Wein. Befolgen Sie die Ratschläge, die Sie in Ihrem Buch «The Age of Less» geben? Sind Sie persönlich schon eingetreten ins Zeitalter des Wenigerhabens?DAVID BOSSHART: Eingetreten, ja, denn im Grundsatz geht es mir darum, dass man Verantwortung übernimmt für das eigene Leben und die Gemeinschaft; dass man nicht einfach getrieben ist von etwas, das man nicht im Griff hat. Aber Dinge zu erkennen und Dinge tun, das ist zweierlei, auch für mich. Der Philosoph Max Scheler fragte: Haben Sie schon einen Wegweiser gesehen, der den Weg, den er anzeigt, selber geht? Immerhin, das Alter bringt zwar einige Nachteile mit sich, aber auch einen grossen Vorteil: Man kann die Lebenserfahrung dazu nutzen, bessere Entscheidungen zu fällen und gründlicher zu fragen, ob es sich lohnt, etwas zu tun oder nicht.

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