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in Japan Japan-Beben könnte Versicherer 34 Milliarden Dollar kosten

New York/München Die Versicherungsbranche muss nach dem verheerenden Erdbeben in Japan nach Einschätzung der Risikomodellierungsfirma RMS für Schäden in Höhe von bis zu 34 Milliarden

Dollar geradestehen. Sachversicherer, die beispielsweise zerstörte Häuser, Autos oder Brücken abdecken, müssten für 18 bis 26 Milliarden Dollar aufkommen, Lebens- und Krankenversicherer für drei bis acht Milliarden, teilte RMS am Dienstagabend mit. Damit haben nun alle drei grossen US-Spezialisten für Risikomodellierungen ihre Schätzungen abgegeben. AIR Worldwide hat die erste Schätzung angepasst und rechnet mittlerweile mit versicherten Schäden von 20 bis 30 Milliarden Dollar. Bei Eqecat reicht die Spanne von zwölf bis 25 Milliarden Dollar. Nur Hurrikan «Kathrina» war teurer Am 11. März hatte ein Erdbeben der Stärke 9,0 den Nordosten Japans erschüttert und einen zehn Meter hohen Tsunami ausgelöst. Ganze Landstriche wurden zerstört, teilweise war auch die Metropole Tokio betroffen. Bis zu 28'000 Menschen sind nach bisherigen Erkenntnissen ums Leben gekommen. Unfälle in Atomkraftwerken lösten eine der grössten Nuklearkatastrophen der Geschichte aus. Am oberen Rand der Schätzungen wäre das Japan-Beben die zweitteuerste Naturkatastrophe für die Versicherungsbranche in den vergangenen Jahrzehnten - nur überboten vom Hurrikan «Katrina», der 2005 die US-Südstaatenmetropole New Orleans verwüstete und die Versicherer in Originalwerten gut 62 Milliarden Dollar kostete. Das bisher teuerste Erdbeben für die Assekuranzen mit gut 15 Milliarden Dollar ereignete sich 1994 in Kalifornien. Swiss Re mit 1,2 Milliarden Dollar belastet Neben den japanischen Versicherern müssen die weltgrössten Rückversicherer Münchener Rück, Swiss Re und Hannover Rück für hohe Summen geradestehen. Beispiel Münchener Rück: Der Branchenprimus hat seine Gewinnprognose von 2,4 Milliarden Euro für 2011 nach dem Beben zurückgezogen und sein Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt. Der deutsche Konzern rechnet mit Lasten von 1,5 Milliarden Euro. Bei der Swiss Re sind es 1,2 Milliarden Dollar, bei der Hannover Rück 250 Millionen Euro. Hinzu kommen hohe Schäden durch das Erdbeben in Neuseeland sowie Überschwemmungen und Stürme in Australien. Die Versicherungen werden letztlich aber nur für einen relativ kleinen Teil aller Schäden in Japan aufkommen. Volkswirtschaftlich wird die Katastrophe voraussichtlich die mit Abstand teuerste Naturkatastrophe aller Zeiten. Die Regierung in Tokio hatte die erwarteten direkten Kosten im März mit umgerechnet bis zu 220 Milliarden Euro angegeben. Die Zahl könnte allerdings noch steigen, hiess es damals.

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