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Zum Siegen reichten normale Produkte nicht aus

Die Jahressieger im Investment-Wettbewerb von Swissquote, Bank Vontobel und «Tages- Anzeiger» setzten auf spezielle strukturierte Produkte.

Peter Lenggenhager (3. Platz), Jahressieger Daniel Huggenberger, Marcos Lopez (1. Platz/4. Quartal) und Lulzim Morina (2. Platz, Jahreswettbewerb), eingerahmt von Michael Teperski von Vontobel und Roger Boll von Swissquote.
Peter Lenggenhager (3. Platz), Jahressieger Daniel Huggenberger, Marcos Lopez (1. Platz/4. Quartal) und Lulzim Morina (2. Platz, Jahreswettbewerb), eingerahmt von Michael Teperski von Vontobel und Roger Boll von Swissquote.
Beat Marti

Etwas nervös sei er schon gewesen, gesteht Daniel Huggenberger, Boniswil, dem TA. Eine Gewinnsumme von 50 000 Franken stand für ihn auf dem Spiel. Mal rückte sie näher, mal schien sie wieder weit weg. Erst am 30. September, dem letzten Spieltag, stand fest, dass er im Investment-Game von Swissquote, Bank Vontobel und «Tages-Anzeiger» den ersten Preis im Jahreswettbewerb gewonnen hat. Und damit 50'000 Franken. 112 Prozent beträgt die Gesamtrendite in seinem Portfolio.

Huggenberger hatte sich schon zu Beginn des Spiels im Juli 2007 auf eine Strategie festgelegt. «Die Märkte werden fallen», sagte er sich und entschied sich für Produkte, die vom Crash profitieren würden. Da war zunächst ein auf den Dax lautender Shorty, danach einer, der vom Kurszerfall von Google profitierte. «Einzeltitel haben eine grössere Volatilität», begründete er den Wechsel.

Dem Entscheid blieb er die ganze Zeit über treu, obwohl sich im Frühling eine Erholung abzeichnete und sein Portfolio zeitweise schlecht dastand. Aber die Prinzipientreue hat sich gelohnt. «Viel zu handeln, das bringt nur Spesen», resümiert der Sieger, der sich früher mit Optionen beschäftigt und mit dem Investment-Game seinen ersten Ausflug in die Welt der «Strukis» unternahm. Strukturierte Produkte haben eine längere Laufzeit, erklärt er. Da sei das Timing nicht so entscheidend.

Wenige Baisseprodukte

Die Marktrichtung zu erkennen, war entscheidend im Investment-Game. Während des ganzen Spiels fielen die Aktienkurse dramatisch. Die vertrauten und beliebten Reverse Convertibles waren dem Einbruch nicht gewachsen und verloren massenweise den bedingten Kapitalschutz. Die meisten der aktiven Teilnehmer blieben bei unpassenden Produkten hängen und verloren mit ihnen einen Teil ihres virtuellen Kapitaleinsatzes. Nur wenige fanden den Weg zu typischen Baisseprodukten, zu Währungs- und Zinsinstrumenten, die einem ganz anderen Rhythmus folgen als die Aktienmärkte.

Gerne hätte auch der zweitplatzierte Lulzim Morina aus Eschlikon TG auf fallende Kurse gesetzt. «Ich habe lange gesucht, aber nichts Passendes gefunden», erklärt Morina. Das liegt daran, dass Produkte zum Shorten rar sind. Zudem sind die wenigen Aussenseiter schwer zu finden, weil sie keine entsprechende Kennzeichnung tragen. Wenn einem der Zufall nicht hilft, bleibt nichts anderes übrig, als sich bei den Anbietern stundenlang durch Termsheets zu arbeiten, um einen der seltenen Shorty zu finden.

Gold war kein schlechter Ersatz. Mit dem Edelmetall hat Peter Lenggenhager aus Flawil SG zum Schluss Punkte gesammelt. Mit einer Performance von 58 Prozent kam er auf den dritten Platz. Sein von Vontobel und Swissquote gespendeter Check lautet auf 5000 Franken. Lenggenhager liess sich zum ersten Mal auf strukturierte Produkte ein. Am Anfang gabs an der Landwirtschaftlichen Fachhochschule in Burgdorf, die er besucht, sogar einen Klub, der sich ums Investment-Game kümmerte. Aber seine Kollegen gaben im garstigen Börsenumfeld bald einmal auf.

Rekord-Ergebnis im letzten Quartal

Das beste Quartalergebnis aller Zeiten erzielte Marcos Lopez. Der Basler verdreifachte seinen Einsatz in den letzten drei Monaten des Spiels mit Rohstoffen. Mit ihnen hatte er zuvor allerdings auch viel verloren, sodass sein Konto am 1. Juli auf einen Tiefststand gefallen war. Der Basiseffekt und ein Aufschwung in den Basiswerten verhalf ihm danach zum fulminanten Quartalssieg. So weit die rechnerische Erklärung für die dreistellige Performance in einem einzigen Quartal. Aber der Entschluss, seinem gewählten Thema trotzdem treu zu bleiben, geht ausschliesslich auf das Konto des Jungbankers, der für den letzten Quartalssieg 10'000 Franken erhält.

Vier Quartalssieger und drei Jahresgewinner wurden im Investment-Game mit insgesamt 105'000 Franken belohnt. Aber 257 oder 10 Prozent der aktiven Teilnehmer hätten mindestens einen Trostpreis verdient. So viele schafften es, trotz des garstigen Umfeldes einen Gewinn zu erwirtschaften. Eine tolle Leistung!

Nur 9 Spieler haben Lehmann-Papiere besessen. Die meisten der 18 Trades mit ihnen wurden in früheren Quartalen abgewickelt. Am Schluss blieben nur gerade 2 Totalabschreiber übrig. Matchentscheidend sind sie nicht: Gerade mal 2000 Franken pro Person gingen dabei verloren.

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