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US-Aktien sacken auf tiefsten Stand seit 14 Monaten

Die Wallstreet befinde sich in einem «Bärenmarkt», sagt ein Börsen-Kenner.

Ein schlechter Tag für Anleger: Händler an der New York Stock Exchange.
Ein schlechter Tag für Anleger: Händler an der New York Stock Exchange.
Drew Angerer, AFP

Kursverluste von Einzelhändlern und Krankenversicherern haben die US-Aktienmärkte zum Wochenauftakt schwer belastet. Zudem fand ein Interview mit Jeffrey Gundlach grosse Beachtung, dem Chef der Investment-Firma Double Line. Gundlach sagte CNBC, er gehe davon aus, dass sich die Wall Street in einem «Bärenmarkt» befinde, also in einer Phase stetig sinkender Kurse. Der US-Notenbank empfahl er, die Zinsen nicht weiter anzuheben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 2,1 Prozent auf 23'592 Punkte. Auch der breiter gefasste S&P-500 gab 2,1 Prozent nach auf 2545 Zähler - den niedrigsten Schlusskurs seit rund 14 Monaten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte um 2,3 Prozent auf 6753 Stellen ab. In den letzten Handelsminuten hatten sich die Kurse dabei von ihren Tagestiefs noch erholt, indem etwa der Dow noch rund 120 und die Nasdaq noch rund 40 Punkte gutmachten.

Für Verunsicherung sorgte eine Gewinnwarnung des britischen Online-Modehändlers Asos. «Die Anleger sind ängstlich», sagte Fondsmanagerin Kim Forrest vom Vermögensverwalter Fort Pitt Capital Group. Die Gewinnwarnung werfe Fragen auf, wie stark das Weihnachtsgeschäft des Einzelhandels ausfallen werde.

Amazon sackt ab

Mit einem Kursrutsch von 4,5 Prozent standen an der Wall Street insbesondere Amazon unter Druck, die unter den Nachrichten von Asos litten.

Im Minus notierten auch Versicherer. UnitedHealth etwa gaben 2,6 Prozent nach. Auslöser war die Entscheidung eines Richters in Texas, der die Gesundheitsreform Obamacare als nicht verfassungskonform einstufte. «Die Ertragskraft des Gesundheitsgeschäfts ist ein grosses Fragezeichen, und Investoren hassen Fragezeichen», kommentierte Forrest. Den Experten des Research-Hauses Evercore ISI zufolge sorgt das Urteil zwar für Verunsicherung. Es werde aber sicher in höherer Instanz kassiert.

Goldman Sachs verloren 2,8 Prozent. Malaysia hat die Investmentbank wegen deren Verstrickung in die Korruptionsaffäre um den Staatsfonds 1MDB angeklagt. Das Land fordert Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Johnson & Johnson wegen Babypuder im Minus

Twitter-Aktien rauschten um knapp sieben Prozent in den Keller. Die Kurznachrichten-Plattform hatte über einen möglichen Hacker-Angriff berichtet.

Wegen des Berichts über mit Asbest verseuchtes Babypuder verloren die Papiere von Johnson & Johnson weitere 2,9 Prozent. Wie die Nachrichtenagentur Reuters nach Auswertung von Firmenunterlagen, internen Berichten und vertraulichen Dokumenten berichtet hatte, wusste der Hersteller von Penaten-Babypflege offenbar schon seit Jahrzehnten von der Existenz des gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffes in seinen Pudern.

Reuters

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