«Scheichs und reiche Russen? Das sind Legenden»

Uhren-Macher Jean-Claude Biver zeigt an der Baselworld seine 700'000 Franken teure und mit 550 Diamanten bestückte Lieblingsuhr. DerBund.ch/Newsnet hat aber noch teurere Zeitzeiger gefunden.

«Man muss schauen, dass man nicht arrogant wird»: Jean-Claude Biver an der Baselworld.
Andreas Möckli@AndreasMoeckli

Die Welt trifft sich diese Woche in Basel. Zumindest stimmt dies für die Uhren- und Schmuckbranche. Alles, was Rang und Namen hat, drängt sich derzeit durch die Messehallen am Rheinknie. Aus der ganzen Welt reisen Juweliere und Händler an, die Uhren und Schmuckstücke für ihr Sortiment aussuchen.

Für viele Uhrenliebhaber kann es gar nicht teuer genug sein. Die Genfer Firma Patek Philippe etwa hat eine sogenannte Schmuckuhr im Angebot. Das 1,3 Millionen Franken teure Unikat ist mit 1636 Diamanten und 301 blauen Saphiren besetzt. Auch die Tischuhren, Patek nennt sie Dome Clocks, sind mit bis 260'000 Franken nicht ganz billig.

Stände in der Grösse eines Mehrfamilienhauses

Patek Philippe hat für sein 175-Jahre-Jubiläum keine Kosten gescheut. So ist die Traditionsmarke mit einem neuen Stand an der Baselworld präsent, der 1500 Quadratmeter gross ist. Der Glaspavillon wurde vom Mailänder Architekten Ottavio Di Blasi entworfen und besteht aus einer Stahlstruktur aus 125 Tonnen und 117 Glaselementen, die nochmals 70 Tonnen wiegen. Neben zwölf Verkaufsräumen, drei Konferenzräumen und einem Showroom befinden sich darin auch ein Personalrestaurant, eine Bar und drei Küchen.

Die Aufbauzeit des Stands dauerte sieben Wochen, wie die «Basler Zeitung» schreibt. Messebauer schätzen die Kosten auf eine doppelstellige Millionensumme, die Firma selber schweigt sich über Zahlen aus. Auch andere grosse Uhrenkonzerne wie die Swatch Gruppe oder Rolex klotzen mit Ständen in der Grösse eines Mehrfamilienhauses.

Optimistische Zukunftsprognosen

Rund 150'000 Besucher und 4000 Medienschaffende werden diese Woche in Basel erwartet. Ob der Trend weiter nach oben zeigt, wird man am Ende der Messe wissen, wenn die Hersteller den Überblick über alle Bestellungen erhalten. In den ersten zwei Monaten dieses Jahres sind die Uhrenexporte um 6,8 Prozent gewachsen. Für das ganze 2014 rechnet die Branche mit ähnlichen Zahlen. «Ich gehe davon aus, dass die Umsätze um 3 bis 6 Prozent wachsen werden», sagt Jean-Claude Biver, Präsident von Hublot, gegenüber DerBund.ch/Newsnet.

Im vergangenen Jahr stiegen die Ausfuhren lediglich um 1,9 Prozent, was angesichts des Booms in den Vorjahren ein geringes Wachstum darstellte. Mit ein Grund ist die in China eingeführte Luxussteuer und der verstärkte Kampf gegen die Korruption, was die Nachfrage im Land hemmte.

DerBund.ch/Newsnet

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt