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Neue Lebenrente für neue Rentnergeneration

Swiss Life möchte die schon fast totgesagte Leibrente wiederbeleben. Dazu kombiniert sie eine Basisrente mit einer fondsgebundenen Ausschüttung.

So neuartig findet Swiss Life das Konzept, dass sie es gleich mit zwei Wortschöpfungen umschreibt: Das antiquierte Konzept der Leibrente heisst nun «Lebenrente», und das Produkt selbst kommt als Swiss Life Calmo Funds auf den Markt. Die Versicherungsgesellschaft spricht damit speziell die Generation an, die jetzt in den Ruhestand tritt und individuelle, flexible Lösungen wünscht, mit Anlagefonds vertraut ist, aber nicht auf Sicherheit verzichten möchte.

Kein Vermögensabbau bis zum Tod

Bei Vertragsabschluss werden mindestens 40 und höchstens 85 Prozent der Prämie für eine herkömmliche Lebenrente reserviert. Wie üblich besteht sie aus einer feststehenden Zahlung und einer Überschussbeteiligung. Mit dem übrigen Teil der Prämie erwirbt der Versicherungsnehmer ein Fondsportfolio. Neu und in der Schweiz einzigartig daran ist, dass der Kunde immer die gleiche Anzahl Fonds wie zu Beginn besitzt. Es kommt also trotz der Ausschüttungen in Rentenform bis zum Tod zu keinem Vermögensabbau. Die Höhe der Renten hängt allerdings uneingeschränkt von der Performance der Fonds und der Finanzmärkte ab.

Im Standardangebot offeriert Swiss Life zwei Fondspläne. Beide bestehen aus vier inhouse und aktiv geführten Fonds, von denen zwei in den vergangenen Jahren ungenügend abschnitten, einer dagegen ein überdurchschnittliches Resultat erwirtschaftete. Insgesamt rentierten die Portfolios leicht besser als der Weltaktienindex.

Der neue, für Calmo geschaffene High-Dividend-Fonds spezialisiert sich auf Aktien mit einer hohen Dividendenrendite. Der angenehmste Effekt dieser Strategie: In schwachen Börsenzeiten tröstet eine hohe Ausschüttungsquote über die Buchverluste hinweg.

Im Calmo offeriert Swiss Life nur Aktienfonds. Sie sollen Rendite bringen, während die feste Lebenrente für die Sicherheit zuständig ist. Diese Aufgabenteilung ähnelt einem herkömmlichen Aktien- und Obligationenportfolio und erleichtert die Planung. Vor einem Versicherungsabschluss sollte die Verteilung von fester und variabler Rente im Zentrum stehen. Sie hat weitreichende Folgen.

Von ruhig bis stürmisch

Der entscheidende Schritt erfolgt vor einem Abschluss der Versicherung mit der Festlegung der Quoten für den festen und flexiblen Teil der Rente. Die Aufteilung bestimmt die Schwankungen der Erträge, mit denen zu rechnen ist. Wie die Grafik zeigt, fallen sie im konservativsten Portfolio mit dem geringst möglichen Aktienanteil (15 Prozent) bescheiden aus. Der höchste Anteil (60 Prozent) setzt dagegen Durchstehvermögen voraus.

Berechnet wurden die Auszahlungen mit den effektiven Renditen der Swiss-Life-Fonds und Indexwerten für den High-Dividend. Ob viel oder wenig Aktien: Seit 2001 ergaben beide Strategien über die Jahre etwa gleich hohe Rentensummen. Das mit der forscheren Strategie eingegangene Risiko hat sich also weder ausbezahlt noch hat es geschadet. Es kann also durchaus Jahre dauern, bis sich eine höhere Aktienquote in der erwarteten Rendite niederschlägt.

Im kleinsten Gang rechnen

In der Vergangenheit erwiesen sich zu hohe Erwartungen an Leibrenten und Überschussbeteiligungen als häufigster Grund für Rückkäufe. Frühzeitige Kündigungen bringen Verluste mit sich und sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Dazu stellt man sich am besten ein Mindesteinkommen vor, das durch die Lebenrente jederzeit gedeckt werden muss. Anschliessend entnimmt man der Offerte von Swiss Life die garantierte Rente ohne Überschussbeteiligung. Sie gehört nicht in die Hochrechnung, weil sie für ein solides Altersbudget zu wenig sicher ist.

Von der Rente des Aktienportfolios sollte man nur 60 Prozent des Anfangswertes als sicheres Einkommen anrechnen, denn an den Aktienbörsen kann es immer zu Einbrüchen von 40 Prozent kommen. Das lehrten die vergangenen Monate mit aller Dramatik. Liegt die so berechnete Lebenrente unter dem erwarteten Einkommen, so ist der Aktienanteil tiefer und nötigenfalls aufs Minimum zu setzen. Falls auch dies nicht reicht, braucht es eine höhere Prämie, damit die Lebenrente auch in mageren Zeiten den Mindestanforderungen entspricht.

Wer eine Rente benötigt, sollte nicht allzu lange zögern. Die Börsen können noch weiter fallen, aber sie werden nicht für immer auf dem aktuellen, tiefen Niveau verharren.

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