Das gute Gefühl knisternder Noten

Die Zahl der Bancomaten im Land wird reduziert. Unseretwegen. 

Ein grundlegender Wandel zeichnet sich ab: Schweizer bezahlen immer seltener mit Bargeld. Bild: Keystone/Martin Ruetschi

Ein grundlegender Wandel zeichnet sich ab: Schweizer bezahlen immer seltener mit Bargeld. Bild: Keystone/Martin Ruetschi

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Er hat Jahrzehnte gebraucht, um sich zu etablieren, viel schneller könnte er nun seinem Ende entgegengehen: der Bancomat.

1968 wurde der Geldautomat in der Schweiz eingeführt. Er hatte keinen einfachen Start. Die zu Beginn ­verwendeten Lochkarten waren nicht besonders praktisch für die Kundinnen und Kunden. Mit ihnen konnten sie jeweils einmal 200 Franken abheben.

Schon bald aber stand an jeder Ecke ein Bancomat. Bankkunden schätzten es, dass sie nicht mehr auf die Öffnungszeiten ihres Instituts an­gewiesen waren. Und es gefiel ihnen auch, nicht mehr in der Schlange vor dem Schalter warten zu müssen.

Die Geldautomaten vermehrten sich. Mehr als 7000 Geräte sind heute in der Schweiz installiert.

Schweizer zahlen seltener mit Banknoten

Doch ihre Zahl könnte schon bald rapide sinken. Laut der Schweizerischen Nationalbank gab es in den letzten Monaten bereits einen deutlichen Rückgang.

Dies hat einen einfachen Grund: Die Schweizer bezahlen weniger oft mit Bargeld, daher benutzen sie seltener Bancomaten. Die Geldautomaten lohnen sich für die Banken immer weniger. In der Folge verzichten sie vermehrt auf die Geräte.

Diese Entwicklung könnte ein Vor­geschmack auf einen grundlegenden Wandel sein: Auch die Schweizer scheinen sich langsam vom Bargeld abzuwenden und bezahlen stattdessen häufiger mit der Karte.

Harte Währung gibt eine beruhigende Sicherheit

Dabei galt das Land im Vergleich zu einigen nordischen Staaten lange als eine Bargeld-Bastion. Noten und Münzen schienen eben zu den Schweizern zu passen: handfest, währschaft und anonym. Bezahl-Apps wie Twint haben bis heute einen schweren Stand hier. 

Die harte Währung in der Tasche gibt vielen eine beruhigende Sicherheit. Kein Wunder gibt es heute noch zahlreiche Geschäfte, bei denen an der Kasse Bankkarten unerwünscht sind und die Kunden nur mit Noten und Münzen bezahlen können.

Doch es ändern sich die Zeiten. Auch im abgelegenen Gasthof im Krachen lässt sich das erfrischende Bier auf einer Wanderung heute oft mit Karte bezahlen. Es ist halt praktischer. Für viele Schweizer auch ein gutes Argument, um den Fortschritt anzunehmen. Ein Notfallnötli hat man aber immer noch im Sack.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 26.07.2018, 22:07 Uhr

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