Zum Hauptinhalt springen

Berater spielen zentrale Rolle

Erstmals untersucht eine Studie, ob und wie Schweizer Anleger strukturierte Produkte einsetzen. Der Kenntnisstand ist besser als erwartet.

Wer gut verdient, setzt mehr strukturierte Produkte ein und kennt diese auch besser. An die 30 Prozent der Schweizer mit einem Einkommen über 8000 Franken pro Monat besitzen Strukis, während der Anteil bei Einkommen unter 4500 Franken nur gerade 1 Prozent beträgt. Mehr als jeder dritte Millionär setzt die Anlageinstrumente ein. Bei Vermögen unter 100 000 Franken sind es nur gerade 2,6 Prozent.

Dies sind einige Ergebnisse einer Erhebung des Instituts für Schweizerisches Bankwesen der Universität Zürich. Befragt wurden 2300 Schweizer - genügend, um nach Ansicht der Autoren repräsentativ zu sein. Demzufolge setzen 7 Prozent der Schweizer strukturierte Produkte ein, doppelt so oft sind es Männer wie Frauen. Am besten vertreten sind strukturierte Produkte unter 40- bis 50-jährigen Anlegern und älteren Personen. Junge lassen sich schwerer dafür begeistern. Insgesamt sind es bald zwei von drei Schweizern, die wenigstens den Begriff kennen.

Risiken richtig eingereiht

Über Aktien und Obligationen wissen Schweizer zwar deutlich mehr als über Strukis, aber dennoch reicht der durchschnittliche Kenntnisstand der Besitzer auf einer Skala von 1 bis 10 auf nahezu 6. Getestet wurde dies mit Fragen wie «Kann der Kurs eines kapitalgeschützten Produktes während der Laufzeit unter 100 Prozent fallen?» - Auch waren die Befragten im Grossen und Ganzen in der Lage, die Risiken der verschiedenen Typen korrekt einzureihen und mit anderen Wertpapieren zu vergleichen.

Keine oder geringe Kenntnisse zu haben, wird von den Befragten, die keine strukturierten Produkte besitzen, aber immer noch als häufigster Grund für ihre Abstinenz angegeben. Sogar Kenner der Materie finden die Gattung kompliziert.

Basiswert ist weniger wichtig

Private Anleger lassen sich bei ihren Entscheiden vor allem von Rendite- oder Sicherheitsüberlegungen leiten. Der Basiswert selbst spielt dagegen eine geringere Rolle. Strukturierte Produkte scheinen also eine eigenständige Art des Investierens geworden zu sein. Steigende Börsen sind das stärkste Motiv zum Kaufen. Oft findet der Einstieg zu spät statt.

Trotzdem haben Besitzer von strukturierten Produkten eine positive Haltung gegenüber den Instrumenten. Erstaunlich ist dies, da die Befragung im Mai und Juni stattfand, also mitten im Crash. Wie sich der Skandal um die Vermarktung von Lehmann-Produkten auswirken wird, muss die nächste Befragung zeigen. Auch ob die Zufriedenheit mit den Bankberatern noch so hoch sein wird wie dieses Jahr. Sie nähmen im Absatz von strukturierten Produkten nämlich eine zentrale Stellung ein, halten die Autoren fest.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch