Ein lukratives Geschäft

Kanadische Firmen machen mit Rauschhanf eine Menge Geld. Die Schweiz könnte das auch.

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Jean-Martin Büttner@Jemab

Robin Williams, der amerikanische Komiker, sagte es am besten: «Kanada ist wie der Estrich über einer grossen Party.» Aber Williams lernte schnell dazu, und deshalb hätte er, der gerne Cannabis konsumierte, diesen Befund mit der ihm üblichen manischen Begeisterung quittiert: Kanadische Firmen verdienen mit legal vertriebenem Hanf grosses Geld. Die Politik von Donald Trump hilft Kanada zusätzlich. Obwohl mehrere amerikanische Gliedstaaten den Verkauf und Konsum von Cannabis legalisiert haben, opponiert die US-Regierung streng dagegen. Das gefällt der kanadischen Hanfwirtschaft. Analysten schätzen den globalen Umsatz mittelfristig auf 57 Milliarden Dollar.

Was heisst das für uns? Die Schweiz ist ein rauschhaftes Land. Unser brillanter Chemiker Albert Hofmann hat das LSD entdeckt, wir haben als Erste die kontrollierte Heroinabgabe eingeführt, wir sind das Land des Absinths, und wir hatten eine moderne, von Bundesrat und Ständerat getragene Drogenpolitik geplant, bis die CVP mithilfe der SVP und der Welschen eine kluge Reform sabotierte.

Internationale Drogenpolitik hat versagt

Wäre es nicht sinnvoll, unsere Bergbauern zum Anbau von Rauschhanf zu inspirieren, statt die Grossbauern für ihre Produktionen zu subventionieren? Wären die Gewinne aus dem Hanfhandel nicht besser in der Wirtschaft aufgehoben als bei der organisierten Kriminalität? Die Gegner einer Drogenliberalisierung sagen immer, wir sollten keine neue Droge zulassen. Interessanterweise sind das dieselben Kreise, die sich gegen Werbeverbote für Alkohol und Nikotin einsetzen, den offiziellen Killerdrogen.

Robin Williams hat den Wahnsinn definiert als Wiederholung derselben Handlung in der Hoffnung, sie führe zu einem anderen Resultat. Die internationale Drogenpolitik hat komplett versagt. Warum sollen Verbrecher Milliarden verdienen, die Steuern zahlende Unternehmer legal einnehmen können? Wäre es nicht gesünder, ein Produkt zu kommerzialisieren, das ohne Pestizide auskommt, bei dem sich die Wirkung dosieren liesse und der Konsument weiss, was er kauft? Wenn es ums Geld geht, sind wir Schweizer sonst schneller.

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