Fast jede zweite Poststelle ist gefährdet

Die Post hat ihre Zukunftspläne für die ersten drei Kantone veröffentlicht. Nur für die Hälfte der Poststellen garantiert sie den Weiterbestand.

Im Herbst 2015 schloss die Postfiliale am Berner Bärenplatz. Heute betreibt die Migros in den Hallen einen Bio-Supermarkt.

Im Herbst 2015 schloss die Postfiliale am Berner Bärenplatz. Heute betreibt die Migros in den Hallen einen Bio-Supermarkt.

(Bild: Michael Schneeberger (Archiv))

Yvonne Debrunner@yvonnedebrunner

Vor einem halben Jahr hat die Post dargelegt, dass sie im grossen Stil Poststellen schliessen will: Von den bisher 1400 sollen bis 2020 noch 800 bis 900 übrig bleiben. Nun wird aus den abstrakten Plänen Realität: Für die Kantone Uri, Obwalden und Schaffhausen hat die Post unterdessen Listen veröffentlicht, die Aufschluss über deren Absichten geben. Das Fazit ist eindrücklich: Heute betreibt die Post in den drei Kantonen noch 25 Poststellen. Für gerade mal 13 garantiert sie, dass diese weiterhin bestehen. Und auch diese Garantie gilt nur bis 2020, was die Gewerkschaft Syndicom kritisiert.

Bei drei weiteren ist die Schliessung bereits beschlossen: Die Filialen Flüelen und Gurtnellen in Uri sowie Lungern in Obwalden werden noch dieses Jahr durch Postagenturen ersetzt. Das sind häufig Volg-Läden, die Postdienstleistungen anbieten, zum Teil auch Apotheken, Gemeindeverwaltungen oder anderes. Neun andere Poststellen werden «überprüft», wie die Post schreibt. Syndicom geht davon aus, dass das mittelfristig ebenfalls eine Schliessung bedeutet.

Gespräche sind eher konsultativ

Zwar wird die Post vor dem Entscheid noch Gespräche mit den betroffenen Gemeinden führen. Doch diese sind eher konsultativer Art. Denn der definitive Entscheid liegt bei der Post. Und der Status «zu überprüfen» bedeute, dass die Post Handlungsbedarf sehe, sagt Post-Sprecher Markus Werner dem «Bund». Die Post wolle aber nicht schon mit einer vorgefertigten Meinung in die Gespräche gehen, sondern sich die Argumente tatsächlich anhören. Faktisch dürfte es dabei aber vor allem um die Frage gehen, durch was die wegfallende Poststelle ersetzt wird, ob durch eine Postagentur, durch Hausservice oder eine andere Lösung. Ersatzlose Schliessungen will die Post gemäss eigenen Angaben vermeiden. Welche Poststellen in den anderen Kantonen gefährdet sind, ist noch nicht bekannt. Die Pläne sollen aber bis diesen Sommer vorliegen.

Der Bund

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