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EU-Treffen verschafft Griechen keine Atempause Papandreou sagt Auslandsreise ab

Athen/Breslau Bei der Zitterpartie um die Zukunft Griechenlands in der Euro-Zone ist weiter keine Atempause in Sicht.

Die EU-Finanzminister lieferten bei ihrem Treffen in Polen am Wochenende kaum neue Impulse zur Lösung der Schuldenkrise. Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou sagte angesichts der brennenden Probleme seines Landes überraschend eine Reise in die USA ab, um sich zuhause auf die nötigen Reformen konzentrieren zu können. Finanzprofis gehen deshalb davon aus, dass sich die nervöse Berg- und Talfahrt an den Aktienmärkten in dieser Woche fortsetzen wird. Papandreou war bereits auf dem Weg in die USA, wo er sich unter anderem mit der Chefin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, treffen wollte, und kehrte am Samstag aus London nach Athen zurück. Dort will er dafür sorgen, dass sein Land die für weitere Geldspritzen nötige Verpflichtungen einhält. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble drohte den Griechen mit einem baldigen Zahlungsstopp: «Ohne eine positive Feststellung der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF), dass Griechenland seinen Verpflichtungen nachkommt, kann die nächste Tranche nicht ausgezahlt werden», sagte er der «Bild am Sonntag». Lediglich Zwischenschritt Bei den brennenden Themen in der Euro-Schuldenkrise blieben die Beratungen im polnischen Breslau nur ein Zwischenschritt: Über die Auszahlung der nächsten lebensnotwendigen Kredittranche an Griechenland entscheiden die Minister erst bei ihrer kommenden Sitzung Anfang Oktober. Der Termin für die Auszahlung wurde auf den 14. Oktober verschoben. Die Troika von EU, IWF und EZB soll bis Ende September feststellen, ob die Regierung in Athen ihren jüngsten Rückstand beim Sparen, Reformieren und Privatisieren glaubhaft aufholen kann. Ohne die Auszahlung der Tranche über acht Milliarden Euro droht Griechenland die Pleite. Über die in Deutschland hitzig diskutierte Option einer Insolvenz des Euro-Staates verloren die Euro- Finanzminister kein Wort. Der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos wies die Spekulationen als «unverantwortlich und lächerlich» zurück.

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