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Entscheid der Notenbank beflügelt Börse

Japans Aktienmärkte haben mit einem Kursrally auf die Fortsetzung der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbank reagiert. Es ziehen jedoch dunkle Wolken auf.

Die Aktienmärkte legten nach dem Entscheid der japanischen Notenbank zu: Ein Börsenchart in Tokio. (18. Februar 2014)
Die Aktienmärkte legten nach dem Entscheid der japanischen Notenbank zu: Ein Börsenchart in Tokio. (18. Februar 2014)
Keystone

Die japanischen Währungshüter bekannten sich heute einstimmig zu ihrem Versprechen, mit dem Kauf von Wertpapieren jährlich umgerechnet 500 bis 600 Milliarden Franken in die Wirtschaft zu pumpen. Sie halten damit an ihrer ultralockeren Geldpolitik fest.

Einige Experten hatten gar mit einem zusätzlichen Stimulus gerechnet, nachdem die drittgrösste Volkswirtschaft der Welt Ende 2013 mit 0,3 Prozent nicht einmal halb so stark wie erwartet gewachsen ist. «Sollten Risiken eintreten, werden wir nicht zögern, unsere Politik anzupassen», sagte Notenbankchef Haruhiko Kurado dazu.

Die Notenbank beschloss zudem die Verlängerung von drei speziellen Kreditprogrammen um ein Jahr. Sie waren zwischen 2010 und 2012 aufgelegt worden, um die Kreditvergabe der Banken zu erleichtern. Die Programme wären Ende März ausgelaufen.

Europäische Börsen leicht im Minus

Die Aktienmärkte reagierten mit einem Kursrally: Der Nikkei-Index schnellte zeitweise um 3,5 Prozent in die Höhe. Die Aussicht auf eine anhaltend lockere Geldpolitik brachte die Landeswährung ins Taumeln. Der Dollar stieg in der Spitze auf 102.73 Yen, den höchsten Stand seit Ende Januar. In Europa begann der Aktienhandel an den wichtigsten Börsen mit leicht nachgebenden Kursen. Der SMI lag eine halbe Stunde nach Handelsstart praktisch unverändert mit einigen Punkten im Minus. In London, Frankfurt und Paris notierten die Leitindizes bis zu 0,4 Prozent tiefer.

Mit der lockeren Geldpolitik soll die japanische Inflationsrate an die Marke von zwei Prozent gebracht werden. Japan verfolgt diese Politik, weil sich das Land aus der Deflationsspirale befreien will, die jahrelang die Wirtschaft lähmte.

Risiko Mehrwertsteuererhöhung

Wegen der für April angekündigten Mehrwertsteuererhöhung von fünf auf acht Prozent droht der Konjunktur allerdings ein Rückschlag. Mit den zusätzlichen Steuereinnahmen soll das Staatsdefizit verkleinert werden. Viele Konsumenten ziehen grössere Anschaffungen derzeit vor, um Preiserhöhungen zu umgehen. Die Nachfrage fehlt dann aber in den kommenden Monaten.

Mit 3,7 Prozent ist die Arbeitslosenquote derzeit zwar so niedrig wie seit sechs Jahren nicht mehr. Doch ein Grossteil der neuen Jobs geht an Vertragsarbeiter, die nur etwa ein Drittel eines regulär Beschäftigten verdienen.

Ökonomen zweifeln zudem daran, dass sich kleinere und mittlere Unternehmen – die das Gros der Mitarbeiter beschäftigen – spürbare Lohnerhöhungen leisten können. Diese aber sind Voraussetzung dafür, dass der Konsum trotz steigender Umsatzsteuer wachsen kann.

SDA/ldc

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