«Vier- bis fünfmal mehr als üblich»: Spamwelle nervt Bluewin-Kunden

Nutzer des Swisscom-Dienstes haben seit einigen Stunden viel mehr unerwünschte Werbung in ihrem Mailfach. Verschickt wird sie offenbar über reguläre Server.

Spam macht 60 Prozent der weltweiten Mails aus: Derzeit landen viele Werbemails im Postfach von Bluewin-Kunden. Bild: iStockphoto

Spam macht 60 Prozent der weltweiten Mails aus: Derzeit landen viele Werbemails im Postfach von Bluewin-Kunden. Bild: iStockphoto

Jorgos Brouzos@jorgosbrouzos

«Das ist die beste Chance des Lebens.» Dieses verlockende Angebot finden derzeit Tausende Bluewin-Kunden in ihrem E-Mail-Konto. Dutzendfach und ungefragt. Offenbar ist es einem Spammer gelungen, eine Lücke im Filter von Bluewin zu finden. Über Twitter bekunden zahlreiche Bluewin-Kunden seit einigen Stunden ihren Frust über die unerwünschte Werbeflut.

Andere Nutzer nehmen die Spamflut in ihrer Mailbox mit Humor. Denn vielleicht ist an dem Angebot ja doch etwas dran.

Die Swisscom meldet auf ihrem Störungsportal, dass derzeit Spammails kursieren: Der Telecomriese arbeitet derzeit fieberhaft an der Behebung des Problems. «Wir stellen im Moment eine aussergewöhnlich hohe Spamwelle fest», bestätigt eine Swisscom-Sprecherin. Es seien vier- bis fünfmal mehr als üblich. Angefangen habe es am Sonntagabend, heute früh habe die Welle stark zugenommen. «Die Spammails werden vermutlich weltweit von mit Malware und Trojanern infizierten Computern verschickt», sagt die Sprecherin.

Aussergewöhnlich dabei sei, dass die Mails über reguläre Mailserver, also solche, die sich nicht auf schwarzen Listen befänden, verschickt würden. Darum seien die Mails laut der Sprecherin sehr schwierig zu erkennen und abzufangen. Die Werbenachrichten hätten jeweils unterschiedliche Absender, unterschiedliche Betreffe, im Inhalt sind sie aber ähnlich.

Der Kundendienst der Swisscom weist die Nutzer darauf hin, dass sie nicht auf die Spammails antworten sollen, heisst es in einer Mitteilung an die Kunden. Auch sollen sie keine Zahlung veranlassen oder persönliche Daten preisgeben.

Spam ist noch lange nicht am Ende

Vor vier Jahren hat das US-Wirtschaftsmagazin «Forbes» das Ende des Spam ausgerufen. Bewahrheitet hat sich die Prognose nicht. Laut Studien von IT-Sicherheitsanbietern steigt die Zahl der weltweit versandten Werbemails. Sie sollen rund 60 Prozent der weltweiten E-Mails ausmachen. Der Versand von Spam ist nach wie vor ein gutes Geschäft. Für Profis bedeutet es nur einen geringen Aufwand, massenhaft Mails zu versenden, wenn nur jemand unbedarft auf die millionenfach versandte Nachricht klickt, hat der Spammer sein Ziel bereits erreicht.

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung des Bundes (Melani) rät dazu, möglichst lange E-Mail-Adressen zu verwenden.Dies, da Spammer offenbar Software-Lösungen einsetzen, die alle Kombinationen von E-Mail-Adressen austesten. Bei langen Adressen sei die Chance kleiner, gefunden zu werden. Zudem sollen Nutzer Spamfilter verwenden.

DerBund.ch/Newsnet

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