Ein gutes Jahr für Mieter

Die Mietzinse sind unter Druck. Der Trend wird in den kommenden Monaten andauern. Beim Wohneigentum steigen die Preise aber.

Mietshaus in Moutier: Im Berner Jura wohnt es sich besonders günstig.

Mietshaus in Moutier: Im Berner Jura wohnt es sich besonders günstig.

(Bild: mos)

Matthias Pfander@MatthiasPfander

Das Jahr 2017 könnte als ein besonders mieterfreundliches in die Annalen eingehen. Das Klima entwickelt sich weiter zugunsten der Mieter. Aufgrund des grossen Angebots sei der Kampf der Vermieter um die Mieter härter geworden, schreibt die Beratungsfirma Wüest Partner in ihrem neusten «Immo-Monitoring». Die Entwicklung beeinflusst auch die Häufigkeit der Umzüge. Die Schweizer Bevölkerung sei derzeit sehr umzugsfreudig, schreibt Wüest Partner weiter: 13,3 Prozent wechseln mindestens einmal pro Jahr die Wohnung.

Gesamtschweizerisch sind die Mieten Ende 2016 gegenüber dem Vorjahr im Schnitt um 1,3 Prozent zurückgegangen. Bei genauerer Betrachtung der Regionen ergeben sich erwartungsgemäss grosse Unterschiede. Am stärksten ist der Rückgang im Kanton Genf ausgefallen. Dort beläuft er sich auf minus 5,2 Prozent.

Ansonsten sind in der Westschweiz die Mieten hingegen um 1,9 Prozent gestiegen – eine Ausnahmeerscheinung, denn in allen übrigen Regionen sind die Mietzinse im Jahresvergleich günstiger geworden. In der Region Zürich etwa um 3,3 Prozent. In der Region Bern ist der Rückgang am schwächsten ausgefallen mit 0,1 Prozent; in vielen günstigen Gegenden wie dem Berner Jura und dem Schwarzenburgerland ist das Mieten sogar teurer geworden (siehe Box).

Hohe Baulandpreise

Bei den Eigentumswohnungen lagen die Preise Ende 2016 insgesamt 1,2 Prozent höher als im Vorjahr. Es gebe zwar weiterhin preiswerte Angebote für Eigentumswohnungen. Doch befinden sich diese in Gebieten, die nicht nachgefragt sind. An beliebten Standorten nimmt das Angebot teurer Eigentumswohnungen zu. Im gehobenen Segment sind die Preise aber zurückgegangen.

Die Nachfrage sei weiterhin stark, stellt Wüest Partner fest. Im Februar habe etwa die Zahl der Suchaufträge für Stockwerkeigentum gegenüber der Vorjahresperiode um 20 Prozent zugenommen. «Doch oft dürften Angebot und Nachfrage aufgrund der unterschiedlichen Preisvorstellungen nicht zueinanderfinden», schätzen die Immobilienexperten die Lage ein.

Der Grund: «Viele Projektentwickler kennen zwar das Potenzial von Eigentumswohnungen, doch wegen der sehr hohen Baulandpreise lassen sich häufig keine preiswerten Objekte realisieren, weshalb das erschwingliche Angebot auch künftig bescheiden bleiben dürfte.» Insgesamt rechnet Wüest Partner bei den Eigentumswohnungen im laufenden Jahr schweizweit mit einem Preisanstieg von durchschnittlich 0,5 Prozent.

Speziell bleibt die Lage bei den Einfamilienhäusern. Ein gewöhnliches Haus mit 6 bis 6,5 Zimmern kostet im Schnitt deutlich über 1 Million Franken, in oder in der Nähe der Wirtschaftszentren. An guten Lagen sind es dann gegen 2 Millionen.

Einfamilienhäuser beliebt

Das Angebot an solchen Objekten ist vergleichsweise klein. Das Interesse an Einfamilienhäusern bleibt hingegen gross. Diese Faktoren führten dazu, dass die Preise weiter anziehen, besonders bei Einfamilienhäusern mit konventionellem Ausbaustandard legten sie deutlich zu. Im gehobenen Segment sind die Preise hingegen stark rückläufig.

Auch bei den Einfamilienhäusern rechnen die Immobilienexperten von Wüest Partner insgesamt mit weiterhin steigenden Preisen. Im laufenden Jahr gehen sie schweizweit von einem Plus um 0,8 Prozent aus.

Der Bund

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