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Ein Betrieb auf Sparflamme wäre realistischer

Der Erfolg der neuen Investitionspläne des Berner Flughafens sind alles andere als sicher. Angesichts des Millionendefizits ist zudem eine teure Flucht nach vorn ein grosses Wagnis.

MeinungAdrian Hopf-Sulc
Die Wartehalle beim Berner Flughafen.
Die Wartehalle beim Berner Flughafen.
Adrian Moser

Es gäbe sicher lukrativere und weniger nervenaufreibende Mandate für Beat Brechbühl als das Präsidium des Flughafens Bern-Belp. Doch der Berner Wirtschaftsanwalt prüft jede irgendwie mögliche Option, um den Flughafen in seiner heutigen Form zu erhalten. Das ist aus Sicht des Wirtschaftsstandorts Bern lobenswert. Aber ist es auch realistisch?

Mit dem nun präsentierten Vorschlag soll es der rot-grünen Stadt Bern und dem aufs Sparen bedachten Kanton Bern einfacher gemacht werden, für den Flughafen Geld in die Hand zu nehmen. Nach dem Skywork-Grounding stellte Brechbühl die Frage nach Defizitgarantien oder Subventionen für den Flugbetrieb. Die Antworten waren abschlägig. Nun soll die Politik in Infrastruktur investieren. Damit kann man hierzulande besser punkten. Doch der Erfolg der neuen Pläne des Flughafens ist alles andere als sicher. Womöglich bleibt auch die Einladung an die öffentliche Hand, sich an der neuen Immobilien-Tochtergesellschaft zu beteiligen, bloss ein netter Versuch.

Weshalb es die vierte Ausbauetappe des Flughafens braucht, konnten Brechbühl und seine Mitstreiter noch nicht überzeugend darlegen. Angesichts des Millionendefizits ist eine teure Flucht nach vorn ein grosses Wagnis. Ein Minimalbetrieb für die verbleibenden Charterflüge, für private Maschinen sowie Bund und Rega wäre die einleuchtendere Lösung.

Das Ende der lokalen Fluggesellschaft Skywork hat gezeigt, dass der Berner Flughafen fürs kommerzielle Massengeschäft nicht geeignet ist. Zu nahe sind die drei Landesflughäfen, zu günstig die von dort angebotenen Linienflüge. Da ist die Idee von einem Berner Hightech-Mobilitätszentrum derzeit nicht viel mehr als ein Strohhalm. Flughafen-Präsident Brechbühl benötigt noch bessere Argumente, bevor in Bern-Belp Millionen investiert werden.

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