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Ebner kauft grösste Fabrik im Berner Oberland

Der Maschinenbauer Fritz Studer in Steffisburg geht nicht in chinesische, sondern in Schweizer Hände über: Der Investor Martin Ebner hat den Zuschlag erhalten.

Martin Ebner, Besitzer von Helvetic, steigt bei der United Grinding Group ein.
Martin Ebner, Besitzer von Helvetic, steigt bei der United Grinding Group ein.
Reto Oeschger (Archivbild)

Martin Ebner ist nicht als Wohltäter oder Heimatschützer bekannt, sondern eher als knallharter Aktionär. Doch sein neustes Investment könnte den einen oder anderen Angestellten der Fritz Studer AG aufatmen lassen: Wie die «Finanz und Wirtschaft» berichtet, übernimmt Ebner zusammen mit anderen Kunden seiner BZ Bank die United Grinding Group. Diese hat ihren Sitz in der Stadt Bern und ist die Besitzerin der Fritz Studer AG in Steffisburg.

Ebner und seine Bank haben sich damit gegen andere Kaufinteressenten durchgesetzt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters im Februar berichtete, waren damals der Konzern China Jianyin Investment sowie der Schweizer Industriekonzern Oerlikon die einzigen Bieter. Es war von einem Kaufpreis von rund 600 Millionen Euro die Rede. Die BZ Bank will sich dazu nicht äussern.

Ralph Stadler, Geschäftsleitungsmitglied der BZ Bank, bestätigt gegenüber dem «Bund», dass der Kauf der United Grinding Group eingefädelt sei. Für den Vollzug müssten noch «verschiedene Bedingungen» erfüllt werden, unter anderem die Genehmigung der Wettbewerbsbehörden. Zu den Plänen der neuen Besitzer wollte Stadler keine Angaben machen.

Die grösste Tochterfirma der United Grinding Group ist der Maschinenhersteller Fritz Studer AG mit seinen rund 750 Angestellten in Steffisburg und Biel. Beim Werk in Steffisburg handelt es sich um die grösste Fabrik im Berner Oberland und um eine der grössten im Kanton Bern.

Sitz in der früheren US-Botschaft

Heute gehört die United Grinding Group dem Körber-Konzern mit Sitz in Hamburg. Dort hatte auch die United Grinding Group ihren Sitz, bevor sie ihn 2012 ins Berner Kirchenfeldquartier ins Gebäude der früheren US-Botschaft verlegte. Neben der Fritz Studer AG gehören auch die Maschinenhersteller Ewag in Etziken SO und Mägerle in Fehraltdorf ZH sowie Blohm Jung, Schaudt Mikrosa und Walter aus Deutschland zur nun verkauften Gruppe.

Die Fritz Studer AG stellt computergesteuerte Schleifmaschinen für Industriekunden auf der ganzen Welt her. Mit den Hightech-Maschinen werden unter anderem Metallkomponenten für Flugzeuge und Autos gefertigt. Studer erzielt mit den Maschinen einen Jahresumsatz von rund 200 Millionen Franken. Die Maschinenfabrik hatte in den vergangenen Jahren mit dem starken Franken zu kämpfen und musste vorübergehend die Wochenarbeitszeit erhöhen, um preislich mit der ausländischen Konkurrenz mithalten zu können.

Fritz Studer gründete das Unternehmen in Steffisburg im Jahr 1912 als kleine Werkstätte. Das zuerst entwickelte gasbetriebene Bügeleisen war ein Flop. Doch für dessen Bau entwickelte Studer eine eigene Schleifmaschine – womit der Grundstein für die heutige Fabrik gelegt war. 1994 starb Fritz Studers Enkel Marc Studer kinderlos, worauf das Unternehmen nach Deutschland verkauft wurde – nun kommt es wieder in Schweizer Hände.

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