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Konsumenten stecken Finanzkrise locker weg

Das Leben geht trotz Krise weiter. Konsumenten buchen Ferien, kaufen Fernseher und Autos, tanken Benzin. Wie immer.

Die düsteren Schlagzeilen zur Finanzkrise stehen im Kontrast zur «wirklichen» Wirtschaft. Das Leben geht weiter, die Konsumenten kaufen ein wie bisher. Dies zeigt eine Umfrage im Service, Handel, Transport und Tourismus. «Die Finanzkrise ist in unseren Coiffeursalons ein Thema en passant», sagt Samuel Lanz, Geschäftsleiter bei Kuhn Intercoiffure, spezialisiert auf Luxushaarmode. Kein Kunde weniger, kein schwächelnder Umsatz wegen bankrotten Bankern.

Keine Auswirkung spüren die Beispielbranchen Elektronik-, Möbel- und Autohandel. Erfahrungsgemäss geizen Konsumenten in Krisen zuerst beim Ersatzkauf von dauerhaften Konsumgütern, etwa Fernsehern, Sofas und Autos. «Die Geschäfte laufen erfreulich gut. Nach wie vor sind Fernseher die Renner und zwar in allen Preislagen», sagt Sandra Dietrich von Interdiscount. Beim Möbelhändler Pfister kaufen die Kunden «gleich wie vor 4 Wochen oder vor 4 Monaten», sagt Sprecherin Fiammetta Dalpiaz. Der Trend gehe in Richtung günstigere Produkte. «Doch dies hat nichts mit der momentanen Lage zu tun.»

Der Branchenorganisation Auto Schweiz liegen keine ganz aktuellen Zahlen vor. Bis Ende August verzeichnete man ein Umsatzplus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, das ein Rekordjahr war. Die Autohändler beobachten weniger Verkäufe von Luxusmodellen. «Der Wegfall von schnell verdientem Geld ist zu spüren», sagt Direktor Andreas Burgener. Dennoch, die Zahl der Neuzulassungen wird seiner Einschätzung nach bis Ende Jahr «über Vorjahr» liegen. «Trend eher steigend»

Migros und Coop spüren die Krise überhaupt nicht. «Die Umsätze wachsen auf breiter Front», sagt Migros-Sprecherin Monika Weibel. Coop beobachtet einen Boom im Qualitätssegment Fine Food und Bio und einen verhaltenen im Günstigsegment Prix Garantie. Der Benzinverkauf an Tankstellen wächst laut Coop-Mineralöl-Sprecher Jürg R. Kretzer als wäre nichts geschehen.

Von Krise keine Spur auch bei den SBB. Die Zahl der Stammkunden (Abo-Besitzer) nimmt weiter zu. «Auch bei internationalen Reisen ist der Trend eher steigend», sagt Sprecher Roland Binz. Ebenso wenig wird bei Ferien gespart. Der Pauschalreiseanbieter ITS Coop verkauft «über Budget» und das Reisebüro Travel.ch beobachtet bloss saisonale Veränderungen: «Wer reisen will, der reist», sagt Reservationschefin Katja Leemann.

Nur stark im Ausland tätige Anbieter wie die Swiss spüren erste Auswirkungen. Die Auslastung der Flüge sei von Januar bis August stabil hoch gewesen, sagt Swiss-Sprecher Franco Gullotti. Aber sie sei mit einem tieferen Ertrag pro Passagier erkauft worden. «Wir spüren ein überdurchschnittliches Wachstum der Passagierzahlen im preisgünstigen Economy-Segment.»

Ähnliches berichtet die Hotelkette Swisshôtel, bei der vor allem Geschäftsleute übernachten. «In den letzten 4 bis 8 Wochen konnten wir keine Veränderungen feststellen», sagt Konzernchef Meinhard Huck. Aber er rechnet mit einem Rückgang der Buchungen.

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