«Die Vorwürfe werden erfunden, aus Angst vor Konkurrenz»

Die BKW-Chefin Suzanne Thoma kontert die Kritik an den Firmenkäufen im Dienstleistungsbereich.

Suzanne Thoma ist die Chefin des Berner Energieunternehmens BKW.

Suzanne Thoma ist die Chefin des Berner Energieunternehmens BKW. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Die BKW soll Ihnen zufolge künftig doppelt so viele Dienstleistungsunternehmen kaufen wie in den letzten Jahren schon.
Wir werden sicher weiter wachsen, weil wir beim Betriebsgewinnanteil des Dienstleistungsgeschäfts noch nicht am Ziel sind. Wir haben etwa ein Drittel des Weges zurückgelegt, vielleicht etwas mehr.

Der Verband der Ingenieurunternehmen Usic kritisiert die Menge der Übernahmen. Er schrieb, die BKW müsste, um den geplanten Gewinn mit Dienstleistungen zu erreichen, ein Viertel der jährlichen Planerleistung der Schweiz besitzen.
Dienstleistungen heisst nicht einfach Ingenieurdienstleistungen. Es gibt zum Beispiel auch Gebäudetechnik oder Netzdienstleistungen, die für die BKW wichtig sind. Zudem wollen wir ja nicht nur in der Schweiz wachsen, sondern in ganz Europa.

Private Firmen fürchten, dass die BKW aufgrund ihres Monopols in einem Geschäftsbereich Vorteile in anderen Märkten hat. Wird das verhindert?
Ja, und zwar von Gesetzes wegen. Man nennt das Unbundling. Wir dürfen das Monopol nicht ausnützen, sonst machen wir uns strafbar. Es wird uns da etwas vorgeworfen, das relativ grob ist. Die Vorwürfe werden erfunden, aus Angst vor Konkurrenz. Das ist ein Kompliment für uns. Aber es ist kein Kompliment für die Branche. Die Konkurrenz kommt ohnehin, auch aus dem Ausland. Es nützt nichts, alten Zeiten nachzutrauern.

«Es wird uns da etwas vorgeworfen, das relativ grob ist.»Suzanne Thoma

Wie passiert diese Trennung konkret? Dürfen die Leute nicht zusammen sprechen?
Wenn zum Beispiel jemand einen Netzanschluss beantragt für eine Fotovoltaikanlage, dann geht diese Information nirgendwo hin. Hier sind die Systeme klar getrennt. Die zu uns gehörenden Unternehmen, die die Fotovoltaikanlage bauen könnten, erfahren nichts davon.

Sie sagen, Engineering sei Teil der DNA der BKW, weil das Unternehmen mit Kraftwerksbau angefangen hat. Aber ein Kraftwerk bauen ist etwas anderes als ein Stadion oder einen Hafen bauen, wie das die neuen Tochterfirmen machen.
Das ist richtig. Es ist eine massive Weiterentwicklung der BKW. Wir machen nicht das Gleiche wie die letzten 100 Jahre. Nur vom Grundhandwerk her ist es verwandt. Es hat einen Bezug zum Kern dieses Unternehmens. (Der Bund)

Erstellt: 17.03.2017, 08:23 Uhr

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