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Die grosse Bühne der Aktivisten

Morgen findet in Basel die Generalversammlung der UBS statt. Umweltschützer könnten sie nutzen, um für ihre Anliegen zu protestieren.

Greenpeace-Transparent an der CS-GV: Die Bühne ist für Umweltschützer attraktiv.
Greenpeace-Transparent an der CS-GV: Die Bühne ist für Umweltschützer attraktiv.
Ennio Leanza, Keystone

Sie kamen aus dem Nichts. Mitten in der Rede von Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam seilten sich Aktivisten von Greenpeace von der Hallendecke ab. «Stop Dirty Pipeline Deals» hiess es auf dem riesigen Transparent, das sie den Aktionären der Credit Suisse präsentierten. Mit der spektakulären Aktion protestierten die Umweltschützer an der Generalversammlung gegen die angebliche Beteiligung der Grossbank an der Finanzierung einer umstrittenen Pipelinein Nordamerika. Wie sich die Demonstranten Zugang zum Zürcher Hallenstadion verschaffen konnten, ist nach wie vor unklar.

Greenpeace lässt sich nicht in die Karten blicken. Doch sicher ist, die Bilder gingen um die Welt. Die Organisation konnte so die Botschaft an ein globales Publikum bringen. Und genau das bereitet einigen Sorgen. Aktionäre und Führungskräfte fürchteten um ihre Sicherheit, nicht nur bei der CS, sondern auch bei anderen Schweizer Konzernen.

Morgen Donnerstag findet beispielsweise in Basel die Generalversammlung der UBS statt. Sie gibt zwar im Vorfeld weniger zu reden als diejenige der CS. Denn die UBS steht wirtschaftlich deutlich besser da. Die hohen Saläre der Chefetage sind damit nicht so stark im Fokus der Öffentlichkeit. Doch auch die UBS wurde von Umweltschützern bereits mit dem umstrittenen Pipeline-Projekt in North Dakota in Verbindung gebracht. Hinter vorgehaltener Hand heisst es, dass einige UBS-Mitarbeiter nervös seien, weil sie eine Kundgebung von Aktivisten fürchten.

Greenpeace lässt sich nicht in die Karten blicken

Nutzt nun Greenpeace auch die Aktionärsversammlung der UBS, um auf ihre Position aufmerksam zu machen? «Mir ist nichts zu Ohren gekommen», so ein Greenpeace-Sprecher. Es könne aber gut sein, dass sich die Umwelt- und Menschenrechtsaktivisten auch an anderer Stelle als der CS-GV friedlich für die Rechte der Standing-Rock-Sioux einsetzten, die von der Pipeline betroffen seien, fährt er fort. Die Bank könne beispielsweise an der GV auch für ihre Rolle bei der Förderung von fossilen Brennstoffen kritisiert werden. Die UBS plant trotz der Vorkommnisse an der GV der CS keine besonderen Massnahmen. «Wir haben die GV wie jedes Jahr vorbereitet», sagt eine Sprecherin der Bank.

Überraschend wäre ein Auftritt einer Interessengruppe also nicht. Protestaktionen an Generalversammlungen haben derzeit Konjunktur. Nicht nur in der Schweiz. An der GV der US-Bank Citigroup haben kürzlich Hunderte Aktivistengegen das Pipeline-Projekt protestiert.

Aktivist aus der Halle geschleift

Im letzten Jahr machten Umweltschützer an der GV des Agrochemiekonzerns Syngenta gegen die Patentpolitikdes Konzerns Stimmung. Vor kurzem protestierten Patientenschützer vor der GV des US-Pharmaunternehmens Johnson & Johnson.

Es bleibt bei diesen Protesten nicht immer friedlich. In Florida kam es jüngst an der GV der US-Grossbank Wells Fargo zu handfesten Auseinandersetzungen. Ein Aktivist sei laut Medienberichten aus der Veranstaltungshalle geschleift worden. Ob an der Veranstaltung auch Faustschläge ausgeteilt wurden, ist laut Medienberichten umstritten.

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