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Die grössten Sorgen der Finanz-Elite

Finanzminister und Notenbanker nehmen die politischen Risiken für die Weltwirtschaft ins Visier. Was an der IWF-Jahrestagung besprochen wurde.

Warnt vor einer Politik des Abschottens: IWF-Chefin Christine Lagarde spricht in Washington. (8. Oktober 2016)
Warnt vor einer Politik des Abschottens: IWF-Chefin Christine Lagarde spricht in Washington. (8. Oktober 2016)
Keystone

Schleppender Welthandel, Abschottungstendenzen, Kriege und Flüchtlingskrisen: Die weltweite Finanzelite hat bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington die Risiken für weltweites Wachstum und Wohlstand ins Zentrum seiner Beratungen gestellt.

Politische Risiken seien die Hauptgefahr für die Weltwirtschaft, sagte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble in Washington zum Abschluss der Jahrestagung sowie nach einem Treffen der Finanzminister der G20-Staaten.

«Ein neuer Ansatz»

Der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, sieht es ähnlich: «Die grössten Risiken sind geopolitischer Natur.» Sollte es gelingen, sie zu umschiffen, könne Wachstum und Inflation schon bald zu den Zielmarken zurückkehren.

Es sei erstmals im Kreis der Finanzminister und Notenbanker intensiv darüber diskutiert worden, wie man diesen Risiken entgegentrete: «Das ist ein Stück weit ein neuer Ansatz», sagte Schäuble. Eine nachhaltige Entwicklung werde wichtiger.

Draghi warnt vor Brexit-Folgen

Eines der grossen politischen Risiken bleibt der Brexit. Freude über eine sanfte Landung der britischen und europäischen Wirtschaft nach dem Austrittsvotum sei verfrüht, sagte Draghi. «Dies ist ein signifikantes Ereignis. Zu glauben, dass dies völlig ohne Auswirkungen bleibt, ist wahrscheinlich zu viel der Hoffnung», betonte Europas Top-Notenbanker.

Zuvor hatte vor allem IWF-Chefin Christine Lagarde vor einer Politik des Abschottens gewarnt. Der weltweite Handel wächst derzeit weniger schnell als die Weltwirtschaft insgesamt, deren Wachstum der Internationale Währungsfonds mit 3,1 Prozent für das laufende Jahr prognostiziert. Dies ist für viele Ökonomen ein Warnsignal.

Die Globalisierung und der internationale Handel würden gebraucht, um Wachstum zu generieren und letztlich auch um Armut wirksam bekämpfen zu können. Die Französin sprach sich dafür aus, Instrumente zu entwickeln, die die Früchte der Globalisierung mehr Menschen zukommen lassen.

SDA/woz

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