Zum Hauptinhalt springen

Die Einzelheiten des Schuldenschnitts für Griechenland Hintergrund

Brüssel Die Euro-Zone hat sich mit den Banken auf einen Schuldenschnitt von 50 Prozent für Griechenland geeinigt.

So steht es in der Gipfelerklärung vom Donnerstagmorgen. Doch den Grossteil der Last zur Rettung Athens werden weiterhin die Euro- Länder tragen. Sie sagten den Griechen ein neues Hilfspaket bis zu 100 Milliarden Euro zu. Dazu kommen aber «bis zu» 30 Milliarden Euro, welche die Euro-Länder zur Beteiligung des Privatsektors leisten. Banken und Fonds sollen «rund» 100 Milliarden Euro zuschiessen, sagte die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel. Damit soll das Ziel erreicht werden, die Schuldenlast der Griechen bis 2020 auf 120 Prozent der Wirtschaftsleistung zurückzufahren. Zieht man von den 100 Milliarden die 30 Milliarden Euro ab, die die Euro-Länder dem Privatsektor garantieren, dann würde dessen Beitrag auf 70 Milliarden Euro sinken. Gemessen an den insgesamt 200 Milliarden Euro, die Athen an neuer Hilfe erhält, schmölze der «Haircut» von 50 Prozent auf 35 Prozent zusammen. Merkel: Last für Banken steigt Merkel betonte indes, gegenüber dem im Juli vereinbarten Deal steige die Last für Banken und Fonds weit stärker als für die öffentliche Hand. Am 21. Juli hatte der Euro-Gipfel ein neues Hilfspaket von 109 Milliarden Euro zugesagt. Dazu kam ein Beitrag von 50 Milliarden Euro des Privatsektors, was einem Abschlag von 21 Prozent des Gegenwartswertes entsprochen hätte. Aus den 109 werden nun 130 Milliarden Euro für die Europartner und den Internationalen Währungsfonds (IWF). Und aus den 50 werden 100 Milliarden Euro für den Privatsektor. Allerdings könnten sich die Regierungen einen Teil wiederholen. Denn die 30 Milliarden Euro für den Privatsektor sind Absicherungen, die zurückgezahlt werden, wenn die Griechenland-Rettung am Ende des Tages gelingt. Zudem soll Athen die Hälfte der 30 Milliarden über Privatisierungserlöse selbst beisteuern. Auch dahinter steht freilich ein Fragezeichen. Teufel liegt im Detail Ob die ganze Rechnung im Detail aufgeht, war am Donnerstag daher noch nicht abschliessend abzusehen. Viele Einzelheiten sind noch zu klären. Zudem hat in Brüssel der Internationale Bankenverband (IIF) stellvertretend für alle Institute verhandelt. Das ist noch keine Garantie, dass sich auch alle Banken beteiligen, wurde in Diplomatenkreisen eingeräumt. Bis zum Dezember soll der Deal nun wasserdicht gemacht werden. Die Anleihen des Privatsektors sollen dann im Januar gegen neue Papiere des aktuellen Euro-Rettungsfonds EFSF mit einem Abschlag von 50 Prozent umgetauscht werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch