Die Bank, die das Fürstenhaus finanziert

Die Privatbank LGT aus Liechtenstein wächst auch in der Region Bern.

Aushängeschild der LGT: Prinz Philipp von und zu Liechtenstein.

Aushängeschild der LGT: Prinz Philipp von und zu Liechtenstein. Bild: Adrian Moser

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Die Verbindungen zwischen Bank und Fürstenhaus sind eng: Hans-Adam II. amtet als Fürst des Kleinstaats zwischen der Schweiz und Österreich. Sein Sohn Prinz Max von und zu Liechtenstein arbeitet als Chef der Bank LGT, und sein Bruder Prinz Philipp von und zu Liechtenstein ist Präsident der Bank.

Die Privatbank nutzt ihre Verankerung im Fürstentum gerne, um Stabilität und Verlässlichkeit zu demonstrieren. Die LGT mit Sitz in Vaduz gehört zwar erst seit 1930 dem Fürstenhaus. Doch die Adelsfamilie Liechtenstein selbst verfügt über einen bald 900 Jahre zurückreichenden Stammbaum.

Das beeindruckt offenbar auch Bankkunden in der Region Bern: Seit die LGT 2004 die Schweizerische Treuhandgesellschaft übernahm und so in Bern Fuss fasste, ist die Niederlassung stetig gewachsen. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der LGT-Kunden in Bern um fast 5 Prozent, wie Niederlassungsleiter Beat Buri gestern vor den Medien sagte. Dies auch weil die Bank einen Kundenberater aus Freiburg angeworben hat. Heute zählt die LGT in Bern 25 Mitarbeitende, davon 12 Kundenberater.

Gerne würde die LGT auch weitere Kundenberater oder ganze Teams samt deren Kundenportfolios übernehmen, wie Buri sagte. Doch da ist die Bank nicht die Einzige – wie in der ganzen Branche sind auf dem Finanzplatz Bern die Berater gesuchte Leute.

Paradeprodukt im Minus

Wenn es ums Anlegen geht, kocht auch die Fürstenbank nur mit Wasser. So musste angesichts der letztjährigen Baisse an den Finanzmärkten auch das «fürstliche Portfolio», das Parade-Produkt der LGT, eine negative Rendite hinnehmen. Das schmerzt auch die Fürstenfamilie, verwaltet die Bank doch das Vermögen der Familie.

Die LGT selbst ist als Stiftung organisiert, deren einziger Nutzniesser der jeweilige Fürst von Liechtenstein ist. Die ausgeschütteten Erträge der LGT-Stiftung fliessen in die Stiftung Fürst Liechtenstein. Diese hält einen Grossteil des Familienvermögens – und sie finanziert den Lebensunterhalt des Fürsten und seiner Familie. Denn dieser erhält vom liechtensteinischen Staat keinen Lohn. (Der Bund)

Erstellt: 10.01.2019, 08:18 Uhr

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