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Deutsche Telekom gibt Verkauf des US-Geschäfts noch nicht auf

Bonn Die Deutsche Telekom will notfalls auf juristischem Wege den Verkauf ihres US-Geschäfts an den Konkurrenten AT&T erwirken.

«Wir werden zusammen mit AT&T für die geplante Transaktion auch vor Gericht eintreten», erklärte ein Telekom- Sprecher in Bonn. Das US-Justizministerium hatte am Mittwoch angekündigt, die Übernahme zu blockieren. AT&T wollte 39 Milliarden Dollar für T-Mobile USA zahlen und wäre damit zur neuen Nummer eins auf dem US- Mobilfunkmarkt aufgestiegen. Beide Unternehmen äusserten sich am Donnerstag «enttäuscht» über die Entscheidung des Ministeriums. «Diese Klage kam schon als Überraschung», sagte am Donnerstag Analyst Adrian Pehl von der Equinet Bank der Nachrichtenagentur AFP. Das hätten auch die Reaktionen der beiden Unternehmen gezeigt. Sowohl hinsichtlich des frühen Zeitpunktes als auch bezüglich der Schärfe der Formulierungen habe das Vorgehen des Justizministeriums überrascht, erklärte auch WestLB-Analyst Wolfgang Specht. Die Behörde hatte ihre Entscheidung damit begründet, eine Übernahme verringere die Konkurrenz, führe zu erhöhten Preisen, schlechterer Qualität, weniger Auswahl und weniger innovativen Produkten. Entscheid in gut einem halben Jahr Die Transaktion ist aber noch nicht endgültig geplatzt. Erst Anfang 2012 wird die US-Kartellbehörde ihr Urteil über den Deal sprechen. Auch können die Unternehmen mit dem Justizministerium Änderungen beraten, um dessen Bedenken auszuräumen. Auch wenn das Geschäft tatsächlich platzen sollte, gehen die Deutschen nicht komplett leer aus: Dann erhalten sie von AT&T 3 Milliarden Dollar in bar sowie weitere Vergünstigungen, etwa bei der Nutzung der Netze. Für Telekom-Chef René Obermann wäre eine Niederlage Experten zufolge damit verkraftbar. «Er hat die Transaktion gut verhandelt», sagte Pehl. Die regulatorischen Entscheidungen der Behörden lägen nicht in seinen Händen. Mit dem Verkauf wollten sich die Deutschen vom US-Geschäft verabschieden. Der frühere Telekom-Chef Ron Sommer hatte im Jahr 2000 die Expansion des Konzerns in den USA vorangetrieben. Für 50,7 Milliarden Dollar kauften die Deutschen damals den US-Mobilfunk-Anbieter Voicestream. Doch die Investition erwies sich zunehmend als kostspielig. T-Mobile verlor ständig an Kunden.

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