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«Das hält kein Mensch über längere Zeit aus»

Plötzliche Abgänge, Sabbaticals, Suizide: Läuft etwas falsch in den Chefetagen von Grosskonzernen? Personalexperte Norbert Thom kennt Krisenherde und sagt, wo es zu Überforderungen kommt.

Starb am Montag: Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier (1960–2013).
Starb am Montag: Zurich-Finanzchef Pierre Wauthier (1960–2013).
Keystone
Wurde am 23. Juli tot aufgefunden: Swisscom-Konzernchef Carsten Schloter (1963–2013).
Wurde am 23. Juli tot aufgefunden: Swisscom-Konzernchef Carsten Schloter (1963–2013).
Keystone
2006 verliess er die SBB und hat seither an der Uni Bern eine Professur für Managementlehre übernommen und die Fussball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz organisiert: Benedikt Weibel (66).
2006 verliess er die SBB und hat seither an der Uni Bern eine Professur für Managementlehre übernommen und die Fussball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz organisiert: Benedikt Weibel (66).
Keystone
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Herr Thom, in den letzten Wochen haben sich zwei Spitzenmanager das Leben genommen, zwei haben ihren Posten als Konzernchef vorzeitig abgegeben (Joe Hogan bei ABB, Peter Voser bei Shell), zwei weitere nehmen ein Sabbatical (Pierin Vincenz bei Raiffeisen und Johann Rupert bei Richemont). Was ist mit unseren Spitzenmanagern los?

Die Arbeitsbelastung an der Spitze eines internationalen Unternehmens ist heute so gross, dass kein Mensch das über längere Zeit aushält. Die ganzen Sitzungen, die Reisetätigkeit, die Rapporte an den Verwaltungsrat, die steigenden Anforderungen der Regulatoren und der Wirtschaftsprüfer – es wird immer mehr, es geht immer schneller. Wie ein Hamsterrad, bei dem man den Ausstieg nicht findet. Mit Mitte dreissig hält man das vielleicht noch durch, aber ab 50 wird es schwierig.

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