Das grösste Hotel in Gstaad wird zum «Huus»

Ein Genfer Geschäftsmann und der ehemalige Direktor kaufen das Steigenberger in Gstaad-Saanen. Im Sommer 2016 wird es umgebaut und Ende Jahr neu eröffnet.

Die neuen Besitzer: Marwan Naja (links) und Günter Weilguni vor dem heutigen 4-Stern-Hotel Steigenberger.

Die neuen Besitzer: Marwan Naja (links) und Günter Weilguni vor dem heutigen 4-Stern-Hotel Steigenberger.

(Bild: zvg)

Hans Galli

Wer von Schönried nach Saanen fährt, kann es nicht übersehen: das aus mehreren Chalets bestehende Steigenberger-Hotel Gstaad Saanen. Diesen Namen trägt es allerdings nur noch bis im kommenden Frühjahr. Dann wird es für acht Monate geschlossen und im Dezember 2016 unter dem Namen Huus wieder eröffnet. Die Huus Gstaad AG hat das grösste Hotel in der Region am Dienstagabend übernommen, wie sie am Mittwoch mitteilte. Verkäuferin ist die Acron Helvetia Immobilien AG.

Hinter der Huus Gstaad AG stehen der Genfer Geschäftsmann Marwan Naja und der bekannte Gstaader Hotelier Günter Weilguni. Der gebürtige Libanese Marwan Naja ist seit zehn Jahren Schweizer. Er gründete und leitet die Private-Equity-Firma Manixer, eine Finanzgesellschaft mit Sitz in Genf. Wohlhabende Investoren legen Geld bei ihr an. Manixer ist unter anderem auch an einem Unternehmen beteiligt, welches in Genfer Wohnliegenschaften Waschautomaten betreibt. Marwan Naja ist zudem an der Bellevue Education Group beteiligt, welche Privatschulen in mehreren Ländern betreibt. Sie erwarb unter anderem die Gstaad International School, welche später in Surval Gstaad umgetauft wurde.

Vor drei Jahren kaufte die Bellevue Education Group zudem das 3-Stern-Hotel Alpine Resort in Gstaad. Verkäufer war Günter Weilguni, welcher die Alpine Lodge seit 2009 leitet. Vorher war er während 19 Jahren im Steigenberger tätig, wovon 14 Jahre als Direktor. Künftig wird er die oberste Leitung des Huus übernehmen. Mit ihm wechselt Mirka Czybik als Direktorin ins Huus. Auch sie kennt das Hotel aus eigener Erfahrung, war sie doch während sieben Jahren im Steigenberger tätig, bevor sie mit Weilguni in die Alpine Lodge wechselte.

Weilguni wollte sich am Mittwoch nicht festlegen, ob die Alpine Lodge und das Huus künftig gemeinsam geführt werden. Auch die Besitzverhältnisse bei der Huus Gstaad AG wollte er nicht offenlegen. Laut der Medienmitteilung ist Marwan Naja Verwaltungsratspräsident und Weilguni Mitglied des Verwaltungsrats. Das lässt den Schluss zu, dass beide am Aktienkapital beteiligt sind.

Riverrafting inbegriffen

«Die Einheimischen sagen, sie gehen ins Huus, wenn sie ins Steigenberger gehen. Deshalb werden wir das Hotel in Huus umbenennen», sagte Weilguni im Gespräch mit dem «Bund». Damit sich die Gäste wie zu Hause fühlen, wo sie alles finden, plane er ein neues Konzept: «Wir können die Preise nicht senken, aber wir werden für das gleiche Geld zusätzliche Leistungen bieten.»

Das Huus soll ein Familienhotel bleiben. Kinder bis 14 Jahre können die hauseigene Skischule gratis benützen, unter 9-Jährige können die Ausrüstung gratis mieten und fahren auf den Bergbahnen gratis, Schnupperkurse im Tiefschnee mit Bergführer und geführte Winterwanderungen sind für alle gratis. Im Sommer ist ein grosser Teil der Aktivitäten im Übernachtungspreis inbegriffen: Riverrafting, Canyoning mit der Familie, Klettersteig mit Anleitung, geführte Wanderungen sowie Nordic Walking und Mountainbike-Kurse.

Kaufpreis: 26 Millionen Franken

Gekauft haben die neuen Besitzer das grösste Hotel der Region für gut 26 Millionen Franken. Im kommenden Sommer wird es für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag renoviert, wie aus der Mitteilung hervorgeht. Sämtliche 132  Zimmer und auch die übrigen Räume inklusive Wellnessbereich werden laut Weilguni erneuert. Dank dieser Investitionen soll aus dem 4-Stern-Hotel ein 4-Stern-Superior-Hotel werden.

Günter Weilguni wohnt sei vielen Jahren in der Schweiz, ist aber nicht eingebürgert. «Österreich erlaubt keine doppelte Staatsbürgerschaft, sonst hätte ich die Einbürgerung längst beantragt», sagt er. Zusammen mit seinem Bruder Manfred ist er an weiteren Gastobetrieben beteiligt: Manfred Weilguni führt das 3-Stern-Hotel Landhaus in Saanen, und im kommenden Sommer werden sie als Pächter auch noch das geplante Hotel und Restaurant Spedition in Thun als Pächter betreiben – es handelt sich um die ehemalige Spedition der Gerber Käse AG.

Der Bund

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