Das Ende einer vierzigjährigen Leidensgeschichte

Das seit einem Brand leer stehende Hotel Schweizerhof in Interlaken wird abgerissen.

Der nach dem Brand von 1971 erhaltene Neo-Rokokosaal des ehemaligen Hotels Schweizerhof gilt als schützenswert.

Der nach dem Brand von 1971 erhaltene Neo-Rokokosaal des ehemaligen Hotels Schweizerhof gilt als schützenswert.

(Bild: Keystone zvg/Helvetia Nostra)

Mischa Stünzi

Die über vierzigjährige Leidensgeschichte des Hotels Schweizerhof in Interlaken findet ein Ende. Angefangen hat sie 1971 mit einem Brand. Seitdem steht das repräsentative Gebäude an bester Lage – direkt neben dem 5-Stern-Haus Victoria-Jungfrau – leer. Ab nächster Woche bis Ende Jahr soll die einstige Nobelherberge nun abgerissen werden, teilte gestern die Besitzerin mit, die zur Aevis-Victoria-Gruppe gehörende Hotelkette Victoria-Jungfrau Collection (VJC).

Die VJC hatte das Gebäude auf dem angrenzenden Grundstück 1994 gekauft – schon damals mit dem Gedanken, es abzureissen und durch einen modernen Neubau zu ersetzen. Dass seit dem Erwerb über 20 Jahre vergingen, bis die Bagger tatsächlich auffahren, hängt mit dem Denkmalschutz zusammen. Das Haus und besonders sein Neo-Rokoko-Saal sind als schützenswert eingestuft. Zu diesem Schluss kam auch Franz Weber, der bis vor Bundesgericht gegen den Abbruch kämpfte – und unterlag. Zu baufällig sei das Gebäude, eine Sanierung unzumutbar, so die Richter.

Nach dem Abriss soll das Gelände begrünt werden. Damit werde die Shopping-Meile am Höheweg und die Umgebung um das Victoria-Jungfrau aufgewertet, so die VJC. Wie es längerfristig weitergeht, ist offen. Klar ist, dass die Besitzerin eine derart gute Lage nicht auf Dauer als Grünfläche nutzen will. Die VJC schreibt dazu: «Eine Nutzung des Areals ist zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen.»

Der Bund

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