BKW macht gute Geschäfte – aber nicht nur mit Strom

Das bernische Energieunternehmen BKW präsentiert ein gutes Jahresergebnis. Der Reingewinn beträgt 271 Millionen Franken.

Bei der BKW ist vieles im Fluss. Das Stromgeschäft hat nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher.

Bei der BKW ist vieles im Fluss. Das Stromgeschäft hat nicht mehr die gleiche Bedeutung wie früher. Bild: Adrian Moser (Archiv)

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Trotz tiefer Strompreise blickt die BKW auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Der bernische Energiekonzern konnte Umsatz und Gewinn massgeblich steigern. Vom guten Geschäftsgang sollen die Aktionäre profitieren - in Form einer höheren Dividende.

Selbstverständlich ist die Entwicklung nicht, wie CEO Suzanne Thoma und Finanzchef Ronald Trächsel am Dienstag vor den Medien in Bern feststellten. Denn im klassischen Geschäft - Produktion und Verkauf von Strom - verdient die BKW mittlerweile nichts mehr. Für Wachstum und schwarze Zahlen müssen andere Faktoren sorgen.

Vor allen Dingen zahlt sich die Umwandlung der BKW zur Gesamtdienstleisterin aus. Mittlerweile macht das Dienstleistungsgeschäft bereits einen Viertel der Gesamtleistung aus, wobei sich der Gewinn in diesem Bereich stark überproportional erhöhte.

Erfolgreiche Diversifizierung

In diesem Markt will die BKW weiter wachsen. Schliesslich sieht sie einen erheblichen Investitionsbedarf bei Infrastrukturen in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Im stark fragmentierten Gebäudetechnik-Markt dürfte die BKW ebenfalls weiter auf Einkaufstour gehen, auch wenn das politisch nicht unumstritten ist.

Unspektakulär, aber solide ist das Netzgeschäft mit einem weiteren Viertel der Gesamtleistung. Hier wuchs der Umsatz im letzten Jahr, nachdem die BKW die Solothurner Energieversorgerin AEK übernommen hatte.

Im Energiegeschäft ging der Umsatz insgesamt um 90 Millionen Franken zurück. Verantwortlich dafür waren die tiefen Strompreise - sie bescherten der BKW Umsatzeinbussen von 140 Millionen Franken. Mit höheren Produktionsmengen im Ausland konnten diese zum Teil aufgefangen werden.

Starke Schwankungen

BKW-Chefin Thoma geht davon aus, dass die Strompreise künftig starken kurzfristigen Schwankungen unterworfen sind. Denn die wetterabhängigen Energieformen Solar und Wind dürften in Europa stark an Bedeutung gewinnen, umgekehrt werde es weniger steuerbare Kapazitäten - also Gas und Wasser - geben.

«Flexible Kapazitäten werden immer wichtiger», betonte Thoma. Ein Konzern müsse seinen Kraftwerkspark so bewirtschaften können, dass er den Strom dann verkaufen könne, wenn die höchsten Preise dafür erzielt werden könnten. Das Schlagwort dafür lautet «optimale Bewirtschaftung».

Mehr Umsatz, mehr Gewinn

Insgesamt sieht sich die BKW in ihrem Kurs bestätigt. 2017 steigerte der Konzern den Umsatz um fünf Prozent auf 2,58 Milliarden Franken. Der Bereich Energie steuerte dazu noch rund die Hälfte bei.

Das Betriebsergebnis (Ebit) stieg um zehn Prozent auf 379 Millionen Franken. Den Reingewinn steigerte die BKW um 16 Prozent auf 271 Millionen Franken.

Das gute Resultat sei «nachhaltig», betonte Finanzchef Trächsel. Der Verwaltungsrat beantragt deshalb der Generalversammlung eine Erhöhung der Dividende von 1,60 auf 1,80 Franken pro Aktie.

Mühleberg-Stilllegung auf Kurs

Nur noch eine Randnotiz war an der Bilanzmedienkonferenz das Thema Kernkraft. Das AKW Mühleberg wird bekanntlich Ende 2019 stillgelegt. Die Vorarbeiten dafür seien auf Kurs, sagte Thoma.

Per Ende 2017 hat die BKW zudem den Bezugsvertrag für Energie aus dem französischen AKW Fessenheim aufgelöst. Die BKW passe sich den Gegebenheiten des Marktes und den politischen Rahmenbedingungen an, stellte Thoma dazu fest. (db/SDA)

Erstellt: 20.03.2018, 13:50 Uhr

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