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Billig-Coiffeure geraten unter Druck

Ungelernte Coiffeure erhalten bald einen Mindestlohn. Billigsalons dürften teurer werden.

Mindestlohn im Salon: Haarschnitte für 20 Franken könnte es bald nicht mehr geben.
Mindestlohn im Salon: Haarschnitte für 20 Franken könnte es bald nicht mehr geben.
Adrian Moser

Erstmals sollen auch ungelernte Kräfte in der Coiffeurbranche einen Mindestlohn erhalten. Der neue Gesamtarbeitsvertrag (GAV) sieht vor, dass Angestellte ohne Ausbildung ab dem 5. Berufsjahr 3800 Franken pro Monat verdienen. Billigsalons geraten so unter Druck. Um Haarschnitte für 20 oder 25 Franken anzubieten, zahlen viele Tiefstlöhne. Solche werden nicht mehr möglich sein, sobald der neue GAV gültig ist. In Kraft tritt er wohl im Herbst. Coiffure-Suisse-Geschäftsführerin Karin Imboden sagt gegenüber 20 Minuten: «Wir hoffen, dass die Dumpingpreise verschwinden.»

Teils erhalten ungelernte Angestellte nur 700 bis 900 Franken, weiss Gewerkschafterin Véronique Polito. «Die Salonbesitzer schliessen einen Schein-Ausbildungsvertrag ab und versprechen, sie irgendwann fest einzustellen.» Problematischer ist der Kniff mit der Stuhlmiete. Dabei vermietet der Besitzer Bedienungsplätze an Dritte, die als selbstständig gemeldet sind. In Wirklichkeit seien die Betroffenen im Betrieb integriert, würden aber nur bezahlt, wenn Arbeit anfalle, sagt Polito. In diesen Fällen greifen die Mindestlohn-Regelungen nicht. Nicht nur deshalb wird es auch künftig Schnäppchen geben. Viele Billigsalons werden als Einzelfirma ohne Angestellte geführt. Der Firmeninhaber muss sich nicht an den GAV halten. Es steht ihm frei, sich selbst weniger als den Mindestlohn auszubezahlen. (übernommen und gekürzt von «20 Minuten»)

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