Zum Hauptinhalt springen

Bevorstehender Start für erste funktionsfähige Galileo-Satelliten Schweiz will sich bei EU-Satellitennavigationsprogramm beteiligen Vorausbericht

Am Donnerstag sollen die ersten beiden funktionstüchtigen Satelliten für das EU- Satellitennavigationsprogramm Galileo starten.

Die teilweise Inbetriebnahme des Systems, an dem sich auch die Schweiz beteiligen will, ist für 2014 geplant. Mit Galileo will die EU ein ähnliches Satellitennavigationssystem wie das amerikanische GPS aufbauen. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Satellitennavigationsanwendungen soll mit Galileo laut EU-Kommission «die Unabhängigkeit Europas auf diesem wichtigen Gebiet und die Verfügbarkeit solcher Anwendungen sichergestellt werden». Galileo ist allerdings ein EU-Prestigeprojekt mit Startschwierigkeiten. Das Satellitennavigationssystem kostet nicht nur mehr, es hinkt auch dem Zeitplan hinterher. Ursprünglich sollten 2008 die ersten Satelliten ins All geschossen werden, nun wird ein erster Teil des Systems frühestens 2014 in Betrieb genommen. Zu Buche schlagen die Folgekosten, bis das System voll funktionsfähig ist. Von 2000 bis 2013 wird das Projekt gegen fünf Milliarden Euro gekostet haben. Für die Fertigstellung der Infrastruktur und die Inbetriebnahme von 2014 bis 2020 sind pro Jahr eine Milliarde Euro vorgesehen. Von ESA zu EU Für die Umsetzung der EU-Pläne wurde 2004 ein Rahmenabkommen zwischen der EU und der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) unterzeichnet. Seit Juli 2008 ist die EU für die Leitung der Programme EGNOS und Galileo zuständig. Im Dezember 2008 übertrug die EU der ESA die Befugnisse für die Errichtungsphase des globalen Navigationssystems Galileo. Ein Hauptgrund für die Verzögerungen bei Galileo ist, dass die Europäer von den Russen Raketen und Mannschaft einkaufen müssen. Auch die beiden Satelliten am Donnerstag sollen mit russischen «Sojus»-Trägerraketen starten. Am Dienstag zeigten sich Experten der EU-Kommission vorsichtig optimistisch im Hinblick auf den Start vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. Anwendungsbereiche Mögliche Anwendungsbereiche von Galileo sind der Flug-, Schifffahrts-, Schienen- und Strassenverkehr. Aber auch die Netzwerksynchronisierung im Energiesektor, der Bereich e-commerce der Versicherungs- und Bankenbranche sowie die Rettungsdienste sollen später von Galileo profitieren können. Zu den Diensten, die frühestens ab 2014 angeboten werden können, gehört der kostenlose offene Dienst, vergleichbar mit dem heutigen GPS-Signal. Dazu kommt der öffentlich regulierte Dienst, der staatlichen Nutzern vorbehalten ist. Als drittes soll der Such- und Rettungsdienst angeboten werden. Bereits seit 2009 funktioniert das EU-Satellitensytems EGNOS. Das satellitengestützte Ergänzungssystem verbessert die Genauigkeit von GPS-Signalen in Europa. Es ist für offene Anwendungen wie die persönliche Navigation, die Präzisionslandwirtschaft und die Luftfahrt verfügbar. In einigen Jahren soll EGNOS von Galileo abgelöst werden. Verhandlungen Schweiz-EU Wann die Verhandlungen der EU-Kommission mit der Schweiz über eine Beteiligung an Galileo abgeschlossen sein werden, ist offen. EU- Diplomaten sprechen von einem «baldigen» Abschluss und der möglichen Vorlage das Abkommens im Rat im ersten Quartal 2012. Die Schweiz war bisher als Mitglied der ESA an den Projekten beteiligt. Die hochpräzisen Atomuhren aus Neuenburg kamen bereits bei den Testversionen von Galileo zum Einsatz.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch