Bern ist für einmal der Juniorpartner

Die Kantone Freiburg und Bern gründen zusammen eine Cluster-Organisation für die Lebensmittelbranche.

Zu den Mitgliedern des Cluster Food &amp; Nutrition zählen unter anderem die Schokoladenhersteller Camille Bloch, Cailler und Villars.<p class='credit'>(Bild: Keystone Christian Beutler)</p>

Zu den Mitgliedern des Cluster Food & Nutrition zählen unter anderem die Schokoladenhersteller Camille Bloch, Cailler und Villars.

(Bild: Keystone Christian Beutler)

Adrian Sulc@adriansulc

Nach wie vor beherbergt der Kanton Bern einige grosse Namen der Nahrungsmittelindustie: Nestlé in Konolfingen, Haco in Gümligen, Wander in Neuenegg, die Toblerone-Fabrik in Bern, Werke von Emmi in Ostermundigen und Kirchberg, um nur einige zu nennen. Die Branche bietet 22'000 Vollzeitstellen, die bernischen Bauernhöfe etwa nochmals so viele – das sind zusammen rund 10 Prozent aller Stellen im Kanton. Im westlichen Nachbarkanton nimmt die Lebensmittelherstellung mit 12 Prozent aller Beschäftigten noch einen wichtigeren Stellenwert ein.

Um diesen Wirtschaftszweig zu vernetzen und zu unterstützen, haben die beiden Kantone gemeinsam mit der Hauptstadtregion Schweiz das Cluster Food & Nutrition gegründet. Mit Schwerpunkt auf den Themen Milch, Fleisch, Schokolade sowie landwirtschaftliche Kulturen will die Organisation ihren Mitgliedsunternehmen gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte ermöglichen.

Schokoladenhersteller an Bord

Gestern Abend wurde das Cluster in Zollikofen der Branche vorgestellt. 36 Organisationen und Firmen sind bereits Mitglied, darunter die Schokoladenhersteller Camille Bloch aus dem Berner Jura sowie Cailler (Nestlé) und Villars aus dem Kanton Freiburg. Seinen Sitz hat das Cluster in Freiburg. Dies im Gegensatz zu allen Clustern, an welchen der Kanton Bern heute beteiligt ist – sie haben ihre Geschäftsstelle alle innerhalb der Kantonsgrenze (siehe Text rechts). Dafür muss der Nachbarkanton auch tiefer in die Tasche greifen. Für 2016 sind 213'000 Franken budgetiert, wovon drei Viertel öffentliche Gelder sind. Diese stammen zur Hälfte vom Bund im Rahmen seiner neuen Regionalpolitik. Die andere Hälfte – rund 80'000 Franken trägt etwa zu drei Vierteln der Kanton Freiburg und rund zu einem Viertel der Kanton Bern.

In diesen Mitteln sind die Kosten für Forschungs- und Entwicklungsprojekte noch nicht enthalten. Diese sollen von den Firmen selbst sowie aus Bundesgeldern finanziert werden. Dabei geht es nicht um konkrete Produkte, sondern etwa um Fragen der Mikrobiologie, um Herstellungsverfahren oder Ver­packungs- technik. Weil sich Fachhochschulen an den Projekten beteiligen sollen, hofft das Cluster auch auf Mittel aus der Technologietransfer-Bundesstelle KTI.

Der Bund

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