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Banken Facebook und Schuldenkrise bereiten der UBS ein schwieriges Quartal von Marc Forster, sda

Verunsicherte Kunden, gestiegener Aufwand, schwache Aktienmärkte und ein Sonderverlust wegen Facebook: Im zweiten Quartal hat die UBS unter den Erwartungen abgeschnitten.

Die grösste Bank der Schweiz muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Statt 1 Milliarden Fr. wie im Vorjahr und wie sie die Analysten auch für das vergangene Quartal vorausgesagt hatten, verdiente die UBS zwischen April und Juni nur 425 Millionen Franken. Beim aussagekräftigen Vorsteuergewinn erwarteten die Experten einen Wert bei 1,65 Milliarden Fr. etwa wie im Vorjahr, stattdessen sank er auf 951 Millionen Franken. In der Investmentbank schreibt die UBS ein Minus von 130 Millionen Franken. Während die Schuldenkrise das Handelsgeschäft belastet, muss die UBS einen Sonderverlust wegen des debakelartigen Börsengangs von Facebook ausweisen. Weil im Mai am Tag des Handelsstart die Systeme klemmten, gab die UBS für ihre Kunden gleich mehrfach Kaufsanweisungen heraus. Am Schluss hatte die Bank mehr Aktien, als sie wollte. Am Ende stand ein Verlust von 349 Millionen Franken, für den die UBS allerdings allein die New Yorker Technologiebörse Nasdaq verantwortlich macht. Wegen des «groben Missmanagements» der Börse geht die UBS nun rechtlich gegen Nasdaq vor, wie am Dienstag angekündigt wurde. Zurückhaltende Kunden Sergio Ermotti, seit knapp einem Jahr UBS-Chef, senkt wegen der Schwankungsanfälligkeit des Investmentbankings dessen Risiken und stärkt die Vermögensverwaltung. Dieses im November 2011 gefasste strategische Vorhaben wiederholte er, als er mit den UBS-Resultaten in Zürich vor die Medien trat. Dabei versuchte er, Zuversicht zu verströmen: «Das Glas ist halbvoll», sagte der 52-jährige Tessiner. In der weltweiten Vermögensverwaltung für reiche Kunden machte die UBS 502 Millionen Fr. Gewinn (672 Millionen Fr. im Vorjahr), im separat geführten Privatkundengeschäft in Nord- und Südamerika 207 Millionen Fr. (164 Millionen Fr. im Vorjahr). Analysten bewerteten die Zahlen am Dienstag aber als enttäuschend. Die UBS plagt bei der vermögenden Kundschaft dasselbe Problem wie andere Banken: Die Kunden geben angesichts einer fragilen Weltwirtschaft zurzeit wenig Handelsaufträge, an denen die Bank mitverdient. Ermotti umschrieb es direkt: «Unsere Kunden sind gelähmt von der Angst, ihre Vermögen zu verlieren.» Viel Neugeld Im zweiten Quartal zeigten sich deswegen neue Probleme mit der Profitabilität der Vermögensverwaltung. Die Bruttomarge auf den verwalteten Vermögen, eine wichtige Kennziffer für diese Profitabilität, ging wegen der Zurückhaltung der Kunden um 4 auf 89 Punkte zurück, im Amerika-Geschäft um 1 auf 79 Punkte. Dazu kommt ein steigender Aufwand: Bei leicht schrumpfendem Ertrag stieg der Geschäftsaufwand in der Vermögensverwaltung von knapp 1 Milliarden Fr. auf über 1,2 Milliarden Franken, obwohl die UBS vor einem Jahr ein Sparprogramm lanciert hatte. Der Neugeldzufluss war in den drei Monaten allerdings beachtlich. Die weltweite Vermögensverwaltung nahm 9,5 Milliarden Fr. entgegen, das Amerika-Geschäft umgerechnet 3,7 Milliarden Franken. Für Finanzchef Tom Naratil ist die UBS ein sicherer Hafen, weil die Bank mit ihrer relativ robusten Kapitalausstattung Vertrauen einflösse. Ermotti wehrt sich gegen Libor-Verdacht Ein Unsicherheitsfaktor bleibt für die UBS die Affäre um Manipulationen des Referenzzinssatzes Libor, speziell nachdem am vergangenen Wochenende Berichte herauskamen, UBS-Banker seien daran massgeblich beteiligt gewesen. Ermotti verteidigte aber seine Bank. Diese habe selber die Dokumente untersucht. «Es ist kristallklar, dass die UBS nicht im Zentrum von irgendwas ist», sagte Ermotti. Es gebe keine Beweise. Die Bank warte auf die Resultate der Untersuchung von Finanzaufsichtsbehörden. Für mögliche Strafzahlungen könne die Bank auf Rückstellungen zugreifen, deren Bestand sie Quartal für Quartal prüfe, ergänzte Finanzchef Naratil. Notiz an die Redaktion: Wiederholung vom Dienstag

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