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Banken Deutsche Bank kappt nach Gewinneinbruch Jobs im Investmentbanking

Frankfurt/Main Die Deutsche Bank reagiert mit dem Abbau von 1900 Stellen auf den Gewinneinbruch im zweiten Quartal.

Weil die Geldmaschine Investmentbanking nicht mehr rund läuft, sollen allein hier noch in diesem Jahr 1500 Jobs gestrichen werden. Der Investmentbanker Anshu Jain, der das Institut seit Juni gemeinsam mit Deutschland-Chef Jürgen Fitschen führt, erklärte in einer Telefonkonferenz am Dienstag, der Stellenabbau werde vor allem ausserhalb Deutschlands vollzogen. Wo die übrigen 400 Stellen fortfallen, teilte das Management nicht mit. «In der Vergangenheit gab es Skepsis an unserer Fähigkeit zu Einsparungen - aber wir sind überzeugt, dass wir liefern können», sagte Jain. Am 11. September sollen Investoren bei einer Konferenz in Frankfurt mit weiteren Details zur künftigen Strategie des Instituts versorgt werden. Im zweiten Quartal 2012 hatte ausgerechnet das Investmentbanking, in dem die Bank viele Jahre Milliarden mit Fusionsberatung und Anleihengeschäft verdiente, ein Loch in die Bilanz gerissen. Der Vorsteuergewinn brach im Vergleich zum Vorjahr um 63 Prozent auf 357 Millionen Euro ein. Damit erwies sich der Spartengewinn von 1,7 Milliarden Euro zu Jahresbeginn als Strohfeuer. Ende 2011 gab es im Investmentbanking sogar tiefrote Zahlen. Bereits Vorgänger Josef Ackermann hatte den Jobabbau eingeleitet, von Herbst an kappte die Bank im Investmentbanking schon 500 Stellen. Mit dem weiteren Jobabbau schliesst sich die Deutsche Bank mit ihren aktuell 100'654 Vollzeitkräften weltweit dem internationalen Trend an. Ackermann dementiert Medienbericht Ackermann seinerseits dementierte am Mittwoch einen Medienbericht, demzufolge er seine Nachfolger Jain und Fitschen als «Loser» bezeichnet haben soll. Dies hatte die «Financial Times Deutschland» (Mittwochausgabe) vermeldet. «Ich weise diese böswillige Behauptung zurück und behalte mir rechtliche Schritte vor», liess Ackermann über einen Sprecher ausrichten. Rund um den Globus streichen Grossbanken zehntausende Stellen vor allem im Investmentbanking. Seit der Finanzkrise sprudeln dort die Gewinne nicht mehr wie einst. Das hängt mit verschärften regulatorischen Anforderungen zusammen, aber auch mit heftigen Schwankungen an den Märkten und der anhaltenden Euro-Schuldenkrise. Vergleichsweise stabil blieb das Privatkundengeschäft. Obwohl der Vorsteuergewinn in der um die Postbank gestärkten Sparte im zweiten Quartal um 13 Prozent auf 398 Millionen Euro sank, lieferte das Privatkundengeschäft den grössten Teil zum Vorsteuergewinn. Vor einer Woche hatte die Deutsche Bank einen Gewinneinbruch für das zweite Quartal (per Ende Juni) vermeldet: Der Überschuss halbierte sich binnen Jahresfrist fast von insgesamt 1,2 Milliarden auf 650 Millionen Euro. Auch der Vorsteuergewinn brach um 46 Prozent auf 960 Millionen Euro ein. «Im zweiten Quartal war das Ergebnis der Bank durch das volatile Umfeld beeinflusst», erklärten Jain und Fitschen am Dienstag. Die europäische Staatsschuldenkrise belaste weiterhin das Investorenvertrauen und die Kundenaktivitäten über alle Geschäftsbereiche hinweg. Im gesamten ersten Halbjahr verdiente die Deutsche Bank unter dem Strich rund 2,0 (3,3) Milliarden Euro. Der Vorsteuergewinn summierte sich in den sechs Monaten auf rund 2,8 (4,8) Milliarden Euro. Libor-Affäre In der Affäre um manipulierte Marktzinsen (Libor) stellte sich der Aufsichtsrat demonstrativ hinter Jain. «Nach aktuellem Stand der Untersuchungen war kein amtierendes oder früheres Mitglied des Vorstands auf irgendeine unangemessene Weise in die untersuchten Vorgänge um Referenzzinssätze verwickelt», heisst es in einem Brief von Aufsichtsratschef Paul Achleitner an die Mitarbeiter. Die Untersuchung habe gezeigt, dass eine kleine Zahl von Mitarbeitern auf eigene Initiative Verhaltensweisen an den Tag gelegt hätten, die nicht den Standards der Bank entsprächen. Zwei Mitarbeiter mussten gehen.

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