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Anleger bleiben verunsichert – Keine Erholung an der Börse

Die anfängliche Freude über geplante Konjunkturspritzen verpuffte rasch. Der Ölpreis blieb dagegen auf Erholungskurs.

Die Schweizer Börse hat sich nach dem schwarzen Montag relativ gut geschlagen. Bild: Keystone
Die Schweizer Börse hat sich nach dem schwarzen Montag relativ gut geschlagen. Bild: Keystone

Die Börsen kommen nicht zur Ruhe. Auch am Tag nach dem Schwarzen Montag, an dem der Schweizer SMI 5,55 Prozent eingebrochen war, blieb eine Erholung Wunschdenken. Die Anleger sind wegen der Folgen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus auf die Weltwirtschaft zu verunsichert.

Die anfängliche Freude über geplante Konjunkturprogramme von Staaten und Notenbanken verpuffte rasch. Die drastische Beschränkung der Bewegungsfreiheit in Italien wegen der Epidemie lasse befürchten, dass auch andere Staaten hierzu gezwungen sein könnten, erklärten Experten. «Dies würde eine abrupte Blockade der Konjunktur zur Folge haben, die die Weltwirtschaft in eine Rezession führen könnte.»

Die Schweizer Börse bzw. der SMI schloss nach einem ermutigenden Start mit einem hauchdünnen Minus von 0,01 Prozent bei 9196 Punkten. Damit schlug sich der hiesige Börsenplatz aber recht gut: Der deutsche Dax büsste 1,4 Prozent und der französische CAC40 1,5 Prozent ein. An der Wall Street gab der US-Standardwerteindex Dow Jones seine anfänglichen Kursgewinne von vier Prozent bis auf 1,5 Prozent wieder ab.

Keine Erholung in Sicht

Händler äusserten sich enttäuscht, dass sich der Markt nach den massiven Kursverlusten vom Vortag nicht erholen habe. «Aber die Unsicherheiten sind einfach zu gross. Die Anleger bleiben sehr vorsichtig», sagte ein Händler. Der erneute Rutsch am Nachmittag habe eindrucksvoll bestätigt, wie fragil das Fundament der Märkte sei.

Damit eine nachhaltige Gegenbewegung möglich werde, brauche es mehr Vertrauen der Anleger. Und dies lasse sich nur mit Unterstützung der Regierungen und der Notenbanken erreichen, sagte Händler. «Oder mit eindeutig positiven Zeichen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus.»

Zuvor hattem US-Präsident Donald Trump und die Regierung Japans Hilfs- und Konjunkturpakete zugunsten der Wirtschaft angekündigt. In Europa hoffen die Marktteilnehmer nun auf die EZB, die am Donnerstag über ihre Geldpolitik Auskunft gibt. Hoffnungsschimmer gab es aus China, von wo ermutigende Zahlen zu Neuinfektionen kamen.

Aktien, die im Zuge der Panikverkäufe stark gefallen waren, setzten am Dienstag zu einer Gegenbewegung an: So führten bei den Bluechips die Aktien der Grossbanken UBS ( 2,4%) und CS ( 2,6%) die Gewinner an. Damit machten sie aber nur einen Bruchteil der Vortageseinbussen von mehr als 10 Prozent wett.

Zu den Gewinnern zählte mit Novartis ( 1,7%) auch ein Schwergewicht, das den Gesamtmarkt nach unten auffangen konnte. Der Pharmariese profitierte davon, dass er ein umfangreiches Aktienrückkaufprogram angekündigt hatte.

Ölpreis zieht wieder an

Der Ölpreis blieb dagegen auf Erholungskurs. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich in der Spitze um gut elf Prozent auf 38,22 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sie am Montag wegen des Preiskriegs zwischen Saudiarabien und Russland und etwa ein Viertel abgestürzt war.

Aus «sicheren Häfen» zogen sich Anleger dagegen zurück. So verbilligte sich «Antikrisen-Währung» Gold um 1,5 Prozent auf 1653,15 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Der Franken konnte dagegen die Gewinne vom Vortag zu Euro und Dollar mit 1,0599 respektive 0,9370 verteidigen.

(SDA)

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