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an der EZB-Spitze Bilanz von Trichets Amtszeit fällt gemischt aus

Frankfurt Kritikern gilt der scheidende EZB-Präsident Jean-Claude Trichet als Tabubrecher, andere loben sein Krisenmanagement.

Die Bilanz seiner achtjährigen Amtszeit, die an diesem Montag endet, fällt - je nach Perspektive - recht unterschiedlich aus. - PREISSTABILITÄT: Die Erfolge der EZB sind unbestritten. Trotz aller Turbulenzen nach der Lehman-Pleite 2008 und in der aktuellen Schuldenkrise haben die Währungshüter die Inflation im Zaum gehalten. Die Preise sind so stabil wie in keinem einzigen Euroland in den vergangenen 50 Jahren, wurde Trichet nicht müde zu betonen. - FINANZKRISE: Viel Lob gab es für das Krisenmanagement der EZB nach der Lehman-Pleite, die die Welt in eine tiefe Rezession stürzte. Mit Milliarden-Geldspritzen für Europas Banken löschte Trichet den Flächenbrand am Geldmarkt und verhinderte ein drohendes Bankensterben. Zudem senkten die Währungshüter den Leitzins auf das Rekordtief von 1,0 Prozent, das half der Wirtschaft im Euroraum wieder auf die Beine. Im Dezember 2010 wurde der Krisenmanager «als Verteidiger des stabilen Euro» mit dem Karlspreis 2011 ausgezeichnet. - SCHULDENKRISE: Als die Finanzmärkte im Sommer nach Griechenland und Portugal auch die grossen Euro-Länder Spanien und Italien ins Visier nahmen, musste die EZB als schnelle Eingreiftruppe einspringen. Die Währungshüter kauften in grossem Stil Staatsanleihen europäischer Schuldensünder - prompt hagelte es Kritik, vor allem aus Deutschland. Die Notenbank gehe weit über ihr Mandat hinaus, bemängelte Bundespräsident Christian Wulff (CDU). Aber auch innerhalb des EZB- Rates sind die Ankäufe umstritten. Bundesbank-Präsident Axel Weber und EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark warfen im Streit das Handtuch. Befürworter argumentieren, Trichet habe die Märkte stabilisieren müssen, weil keine andere Institution schnell genug handlungsfähig gewesen sei.

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