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Alles fährt Ski – nur nicht die eigenen

Für rund 50 Prozent aller Skitage greifen Schweizerinnen und Schweizer auf Mietmaterial zurück. Vermieter und Produzenten treiben das Geschäft an.

Mieten statt kaufen: Rund 50 Prozent der Skitage werden mit Mietskis absolviert. Foto: Anthony Anex
Mieten statt kaufen: Rund 50 Prozent der Skitage werden mit Mietskis absolviert. Foto: Anthony Anex

Das Gedränge vor dem Sessellift ist riesig. Eng aneinandergereiht, kämpfen sich Skifahrerinnen und Skifahrer langsam vorwärts. Auffällig oft steht irgendwo auf den Skigeschrieben: «Rent» – also Miete. Und das nicht nur bei den Ski. Auch auf Helmen, Stöcken, Schuhen lassen sich Hinweise finden, dass die Skibegeisterten lieber mieten statt kaufen.

Die Tage um den Jahreswechsel waren für viele Skigebiete erfolgreich. Zehntausende Schneesportlerinnen und Schneesportler fuhren in die Berge und lancierten die Saison. Das zeigte sich nicht nur an den Bahnen, sondern auch bei den Mietstationen. Solche werden vermehrt nahe oder auf der Piste eröffnet. Wer online reserviert hat, steht 10 Minuten später wieder draussen, den Mietski in der Hand, bereit für den Tag.

Gerade Intersport ist in vielen Skigebieten präsent. Die Tendenz zur Skimiete sei klar ersichtlich, sagt ein Sprecher. Deshalb hätten Intersport-Partner stark in den Ausbau der Mietparks sowie in die Abwicklung der Skimieteninvestiert. Ähnliches ist auch vom Sporthändler SportXX zu vernehmen: Anstelle des Kaufs von Ski und Skischuhen werde die Miete immer populärer, so der Sprecher. In der Branche geht man davon aus, dass rund 50 Prozent der Skitage mit Mietski absolviert werden. Tendenz steigend.

Andere Ski herstellen

Der Schweizer Skihersteller Stöckli hat sich auf die neuen Begebenheiten einstellen müssen. Er hat angefangen, Ski zu bauen, die nicht nur einem Zweck dienen. Die Idee dahinter erläutert Sprecher Christian Gut: «Wir produzieren heute Ski, die breitere Anwendungsbereiche abdecken. Die also gleichzeitig für das sehr sportliche Fahren perfekt funktionieren, aber auch für gemütliche Fahrten mit der Familie genutzt werden können.» Diesem Wandel habe die ganze Branche in den vergangenen Jahren versucht Rechnung zu tragen. Ganz allgemein sei dies ein Trend.

Zudem versucht Stöckli mit einem eigenen Online-Portal – zusammen mit ausgewählten Fachhändlern – die Vermietung der eigenen Ski anzukurbeln. Nach einer zweijährigen Versuchsphase habe man nun die Plattform getmyski.com in den eigenen Online-Auftritt integriert.

Die Wachstumszahlen, ein Plus von gut 50 Prozent an Saisonmieten über diesen Kanal, geben Stöckli recht. Auffällig sei, dass man bei Stöckli vermehrt Ski aus dem oberen Preissegment mieten kann. «Die Kunden wollen nicht nur einfach einen Ski mieten, sondern einen sehr guten. Das macht auch Sinn, wenn man gewillt ist, für einen Skitag mehrere Hundert Franken zu investieren, und dann ausgerechnet bei der Ausrüstung spart», sagt Christian Gut. Fast die Hälfte mietet bei Stöckli online einen solchen Premiumski.

Der Preis spielt eine Rolle

Warum weniger Ski gekauft werden, hat viele Gründe. So entfällt zum Beispiel die Schlepperei des Materials bis zur Piste. Doch auch der Kaufpreis kann abschrecken: Ein Paar Ski mit Bindung kostet schnell einmal mehrere Hundert Franken, wer ein besseres Modell will, zahlt gerne über 1000 Franken.

Was man mit der Skimiete spart, hängt stark von der Nutzung ab: Eine Ausrüstung kostet je nach Anbieter und Qualität für Erwachsene um 60 bis 80 Franken pro Tag. Dafür, und das ist ein weiterer Grund für den Mietboom, hat man frisch präpariertes Material – und meist auch neueres, als wenn man alle fünf Jahre Ski kauft.

Grundsätzlich lässt sich sehen, dass es für die Branche besser läuft als auch schon, die vergangenen Jahre waren international und auch national nicht einfach. Dies zeigt sich in der Importstatistik: Nach einem Rückgang von 2013 bis 2016 steigt die Einfuhr von Ski in die Schweiz wieder an.

Der Boom bei den Skimieten stützt also das Geschäft. Bei Stöckli zum Beispiel führte der steigende Anteil an Mieterinnen und Mieter aber nicht zu einer Abnahme beim Verkauf von Ski. Dort habe man zumindest in den vergangenen zwei Jahren ebenfalls wachsen können, sagt der Sprecher. BeiOchsner Sport wuchs auf der einen Seite das Geschäft mit den Skimieten im vergangenen Jahr zweistellig. Auf der anderen Seite hätten aber die Verkäufe darunter nicht leiden müssen, sondern sogar mitziehen können.

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