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Akute und chronische Wirkung von Dioxinen

Berlin/Brüssel/Bern Dioxine sind schädliche Substanzen in der Umwelt, die vom Menschen hauptsächlich über tierische Lebensmittel aufgenommen werden.

Dioxine entstehen unter anderem bei Verbrennungsprozessen und sind auch heute noch als Altlasten aus früherer industrieller Produktion im Boden von Bedeutung. Die Gruppe der Dioxine umfasst eine Vielzahl von Substanzen mit sehr unterschiedlichem gesundheitsschädigendem Potential. Einige können Krebs auslösen. Deshalb wird weltweit versucht, die Belastung so gering wie möglich zu halten. Denn das Umweltgift lagert sich im Fettgewebe von Menschen ein und reichert sich dort an. Eine mögliche Gesundheitsgefährung geht von einer langfristigen Aufnahme über alle Nahrungsmittel aus. Eine kurzfristig leicht erhöhte Aufnahme, die von einer Lebensmittelgruppe (z.B. Eier) ausgeht, ist nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) vergleichsweise harmlos. Chemie-Katastrophe von Seveso Akute Wirkungen von hohen Dioxin-Dosen sind nur beschrieben worden, nachdem Menschen mit Dioxin am Arbeitsplatz oder bei einem Unfall - wie beim Chemieunfall in Seveso 1976 - verseucht wurden. Am häufigsten treten langanhaltende entzündliche Hautveränderungen auf, die als «Chlorakne» bezeichnet werden. Die Ergebnisse von Blutuntersuchungen weisen auch auf Leberschädigungen oder auf Veränderungen im Fettstoffwechsel hin. Als chronische Wirkungen von Dioxinen wurden in Tierversuchen Störungen der Fortpflanzungsfunktionen, des Immunsystems, des Nervensystems und des Hormonhaushalts beschrieben. Am empfindlichsten reagieren demnach die Leber und die Schilddrüse auf Dioxine. Einige von ihnen gelten als «Tumorpromotoren». Sie können also die Entstehung von Krebs fördern. Erinnerung an Skandal in Belgien Die Dioxin-Verseuchung im Tierfutter in Deutschland ist 50 bis 100 mal geringer als beim belgischen Dioxin-Skandal im Jahr 1999. Damals waren Motoröle mit Frittierölen zusammengekippt, recycelt und an Futtermittelbetriebe verkauft worden. Auch bei der damaligen extrem hohen Belastung sei keine Auswirkung auf die öffentliche Gesundheit festgestellt worden, sagte der Generaldirektor der belgischen Behörde für Lebensmittelsicherheit, Geert De Poorter am Freitag. Nach dem Dioxin-Skandal in Belgien führte die EU Regeln für Dioxine ein. Seit 1. Januar 2002 gibt es Höchstwerte für Futtermittel sowie Nahrungsmittel tierischen Ursprungs wie etwa Fisch, Fleisch, Eier oder Milch.

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