Schweizer Uhrmacher baut mit Google Smartwatch

Das Rennen ist eröffnet: Kurz nachdem Apple seine Smartwatch vorstellte, kündigt der Schweizer Uhrmacher TAG Heuer eine Zusammenarbeit mit Google und Intel an.

Unerwartete Zusammenarbeit: Die Verantwortlichen von Google, TAG Heuer und Intel schneiden gemeinsam einen Käse an. (19. März 2015)

Unerwartete Zusammenarbeit: Die Verantwortlichen von Google, TAG Heuer und Intel schneiden gemeinsam einen Käse an. (19. März 2015)

(Bild: Rafael Zeier)

Der Schweizer Uhrenmacher TAG Heuer entwickelt in Zusammenarbeit mit den amerikanischen IT-Riesen Google und Intel eine neue Smartwatch. Die Zusammenarbeit zwischen Google und Intel kommt unerwartet, die Konkurrenten zeigen sich an der Uhrenmesse Baselworld 2015 jedoch erfreut:

Gemäss «Bloomberg Business» soll die neue Uhr mit der hoch gepriesenen Smartwatch von Apple konkurrieren können. TAG Heuer wird sich um das Design und die Produktion der Uhr kümmern, währenddem Google und Intel die Software liefern werden.

Die Zusammenarbeit mit TAG Heuer und Google könnte die Tür für weitere Kollaborationen zwischen Uhrmachern und IT-Firmen öffnen. Die Anzahl Schweizer Uhrenmarken, die auf den Smartwatch-Zug aufspringen wollen, hat sich seit der Ankündigung der Apple-Smartwatch vervielfacht: Swatch, Breitling, Montblanc und Frederique Constant wollen nun allesamt auch eine Smartwatch rausbringen.

«Grösste Ankündigung aller Zeiten»

TAG-Heuer-CEO Jean-Claude Biver nannte die Ankündigung der neuen Uhr an der Uhrenmesse Baselworld seine «grösste Ankündigung aller Zeiten» und setzte damit einen Seitenhieb gegen den Konkurrenten Apple:

David Singleton von Google doppelte nach: «Die Uhr ist eine Ehe zwischen Schönheit und Nützlichkeit.» Bezüglich dem Preis und den Funktionen wollten die Uhrmacher noch keine genauen Angaben machen. Die neue Uhr werde Ende Jahr auf den Markt gebracht, dann würden weitere Details bekanntgegeben, teilte Biver mit.

Riesiges Wachstumspotential

Gemäss dem Marktforschungsinstitut «Strategy Analytics» soll der Smartwatch-Markt dieses Jahr von 4,6 auf 28,1 Millionen verkaufte Einheiten anwachsen – mit einem prognostizierten Apple-Marktanteil von 55 Prozent. TAG Heuer hat sich mit der neuen Uhr zum Ziel gesetzt, ein Stück dieses wachsenden Kuchen abzuschneiden.

Der Schweizer Uhrmacher wird allerdings mit einem Handicap ins Rennen steigen müssen: Aufgrund der in den USA entwickelten und hergestellten Software darf TAG Heuer das Qualitätssiegel «swissmade» nicht verwenden. Augenzwinkernd verriet TAG Heuer Chef Biver jedoch, wie man dem Problem entgegnen möchte: «Wir erstellen einfach ein neues Siegel – assembled and made in Switzerland.» Zu Deutsch: Zusammengesetzt und gefertigt in der Schweiz.

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