Kontroverse um Position von UBS-Topmanager bei der Deutschen Bank

Laut der «Financial Times» könnten Jürg Zeltners Mandate bei mehreren Banken für Interessenskonflikte sorgen.

Ex-UBS-Mann Jürg Zeltner: Nach seinem Abgang bei der Grossbank sorgte er mit neuen Jobs für Aufsehen. Foto: Arnd Wiegmann (Reuters)

Ex-UBS-Mann Jürg Zeltner: Nach seinem Abgang bei der Grossbank sorgte er mit neuen Jobs für Aufsehen. Foto: Arnd Wiegmann (Reuters)

Jorgos Brouzos@jorgosbrouzos

Jürg Zeltner hat seine Karriere in den letzten Monaten neu lanciert. Der einstige Topmanager der UBS ist seit kurzem Chef und Mitinvestor der Luxemburger Privatkundenbankengruppe KBL. Sie sorgte mit der Übernahme der Bank am Bellevue in der Schweiz für einen Paukenschlag. Und in Deutschland gehört das Bankhaus Merck Finck dazu.

Am 15. August nominierte die Deutsche Bank Zeltner als neues Aufsichtsratsmitglied. Der Nominierungsausschuss habe potenzielle Interessenkonflikte Zeltners «geprüft und als gering eingeschätzt».

Wie die «Financial Times» (Artikel bezahlpflichtig) am Mittwoch berichtete, tendieren die Aufsichtsgremien der Europäischen Zentralbank und der deutschen Finanzmarktaufsicht jedoch dazu, Zeltner als Mitglied des Aufsichtsrats der Deutschen Bank abzulehnen. Sie hätten Bedenken wegen möglicher Interessenkonflikte. Die KBL steht im Vermögensverwaltungsgeschäft in direkter Konkurrenz mit der Deutschen Bank, berichtete die Zeitung.

Sollte Zeltner sich zwischen einem der Mandate entscheiden müssen, würde er wohl seinen Job bei KBL wählen, schreibt die «Financial Times».

Auf Wunsch der Katarer nominiert

Die «SonntagsZeitung», sie gehört ebenfalls zu Tamedia, schrieb kürzlich, dass die Grossen der Branche wie sein alter Arbeitgeber UBS von der KBL auch unter Zeltners Führung wohl nicht viel zu befürchten hätten. Dazu sei die Bank zu klein. «Wir zielen auf Vermögende und ihre Familien. Wir werden für diese Zielgruppe in der Regel nicht die Hauptbankverbindung sein, aber einen wesentlichen Teil ihres Vermögens betreuen», so Zeltner gegenüber der «SonntagsZeitung».

Bereits im Sommer gab es Medienberichte, die auf einen möglichen Interessenkonflikt hinwiesen. Hinter der KBL steht die katarische Herrscherfamilie Thani. Sie ist wiederum mit über 6 Prozent Grossaktionärin der Deutschen Bank. Zeltner soll denn auch auf Wunsch der Katarer für den Aufsichtsrat nominiert worden sein.

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