Chef von Quickline wechselt zu Spin-off-Unternehmen

Beim Kabelnetzbetreiber aus Nidau übernimmt Finanzchef Frédéric Götschmann den Chefposten von Nicolas Perrenoud, der künftig ein Jungunternehmen leitet.

Finanzchef Frédéric Götschmann (rechts) übernimmt am 1. Juli von Nicolas Perrenoud.

Finanzchef Frédéric Götschmann (rechts) übernimmt am 1. Juli von Nicolas Perrenoud. Bild: zvg

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Bei Quickline kommt es zu einem Chefwechsel: Finanzchef Frédéric Götschmann übernimmt am 1. Juli das Steuer von Nicolas Perrenoud. Der 45-jährige Perrenoud habe Quickline ab 2010 als Firmenchef erfolgreich geführt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Nidau gestern mit. Von einem reinen Internetprovider mit rund 30 Angestellten sei Quickline zu einem kompletten TV- und Telecomanbieter mit heute 160 Mitarbeitenden angewachsen.

Mit der Stabsübergabe an den langjährigen Finanzchef Götschmann werde die Kontinuität sichergestellt, sagte Quickline-Verwaltungsratspräsident Felix Kunz gestern in einer Telefonkonferenz mit Journalisten. Der 42-Jährige stiess 2010 zu Quickline und ist heute auch stellvertretender Geschäftsführer. «Ich bin jetzt insgesamt 14 Jahre bei Quickline», sagte Perrenoud. «Es kam der Punkt, an dem ich mir gesagt habe, jetzt kommt noch mal etwas Neues.» So habe er vor einigen Monaten den Verwaltungsrat über seinen Entscheid informiert.

25 bis 30 neue Stellen

Nun ist Perrenoud Mitgründer der Firma Nexora. Damit gehe ein Bubentraum in Erfüllung, sagte Perrenoud. Neben ihm zählen auch das Managementteam und Quickline selber zu den Gründern und Aktionären der Firma. Quickline ist die grösste Aktionärin von Nexora, doch ob das Unternehmen die Mehrheit besitzt, wollten die Verantwortlichen gestern nicht sagen.

Nexora entwickelt als Spin-off-Unternehmen die TV-Plattform von Quickline weiter und ist für die TV-App von Quickline verantwortlich. Nexora übernehme vieles, das Quickline bisher durch internationale Firmen habe umsetzen lassen, hiess es. Bis Ende nächsten Jahres solle Nexora 25 bis 30 Mitarbeiter haben. Darunter sollen 15 bis 20 Softwareentwickler im TV-Bereich sein. Diese würden in Zürich arbeiten, sagte Perrenoud, «weil es dort einfacher ist, die nötigen Leute zu finden». Mit der TV-App will sich Quickline schweizweit ausrichten und den Marktanteil vergrössern. Denn Quickline selbst ist an das eigene Netz gebunden, das rund 400 000 Haushalte umfasst.

Harte Konkurrenz im TV-Markt

Mit ihren 23 Verbundpartnern ist die Quickline-Gruppe zwar der drittgrösste TV-Anbieter hinter der Swisscom und UPC (früher Cablecom). Und beim Internet und der Festnetztelefonie ist die Gruppe auf Platz vier, hinter Swisscom, UPC und Sunrise. Doch bei den traditionellen Fernsehkunden im Kabelnetz hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Rückgang von 6 Prozent auf 357 000 hinnehmen müssen. Der grösste Teil des Rückgangs ist auf den Wechsel des Basler Kabelnetzbetreibers EBL zur UPC zurückzuführen. Ohne den Austritt von EBL hätte der Verbund lediglich 2 Prozent der TV-Kunden eingebüsst. Dennoch kann sich der Noch-Chef Perrenoud mit einem Rekord verabschieden: 2017 stieg der Umsatz des Verbundes aus 23 Kabelnetzbetreibern aus dem Mittelland und der Innerschweiz um 13 Prozent auf 276 Millionen Franken.

In den letzten Monaten spüre das Geschäft jedoch erheblichen Gegenwind durch die Konkurrenten Swisscom und Sunrise, sagte der künftige Quickline-Chef Götschmann gestern. «Dagegen ist die Offensive von Salt im Festnetz- und TV-Geschäft noch nicht bei uns angekommen.»

Mit der TV-Plattform, die nun vom neuen Unternehmen Nexora weiterentwickelt wird, will Quickline nun schweizweit auf Kundenfang gehen. Nexora soll jedoch auch Lösungen für andere Unternehmen anbieten. (sul/sda)

Erstellt: 21.06.2018, 21:52 Uhr

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