Benutzung der Gepäckablage verboten

US-Airlines erlauben den Passagieren mit Billigtickets nicht mehr, die Gepäckablage zu benutzen.

Dürfen nicht mehr alle Passagiere grosses Handgepäck in die Kabine nehmen, könnte sich auch das Gedränge beim Boarding etwas mindern.

Dürfen nicht mehr alle Passagiere grosses Handgepäck in die Kabine nehmen, könnte sich auch das Gedränge beim Boarding etwas mindern. Bild: Sandy Huffaker (Getty)

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Die Fluggesellschaft United hat die neue Low-Price-Kategorie bereits im Herbst angekündigt. Die American Airlines folgt ihrem Konkurrenten jetzt. Wer ein Ticket in der billigsten Kategorie bucht, profitiert zwar von besonders tiefen Preisen, er kriegt aber definitiv auch weniger als andere Passagiere. Dass Business-Class-Passagiere und Stammkunden mit goldenem Frequent-Flyer-Status früher einsteigen konnten, daran haben sich alle Flugpassagiere gewöhnt. Auch dass für Snacks und Getränke gezahlt werden muss, ist insbesondere in den USA längst Normalität. Und Aufschläge für Sitze mit mehr Beinfreiheit oder Gebühren für die Aufgabe von Gepäck sind für Kunden auch noch nachvollziehbar.

American Airlines und United gehen jetzt einen Schritt weiter: Den Passagieren mit den neuen Basic-Economy-Tickets ist es untersagt, Gepäck in die Ablage oberhalb der Sitze zu legen. Erlaubt ist nur noch ein Handgepäck, das unter den Vordersitz passt. Und der Platz dort ist ja bekanntlich nicht sehr gross. Mit dem tiefen Preis müssen Basic-Economy-Passagiere auch in Kauf nehmen, erst nach allen anderen Fluggästen einsteigen zu dürfen. Und den Sitzplatz auszuwählen, ist auch nicht möglich – man muss mit dem von der Airline zugewiesenen Sitz leben. Oder einen Aufschlag bezahlen.

Die neue Preiskategorie, die American Airlines und United vorab auf ausgewählten Flugstrecken innerhalb der USA einführen, ist eine Reaktion auf Billig-Airlines wie Spirit oder Frontier. Diese setzten die traditionellen US-Airlines gehörig unter Druck – weil in ihren Tickets ausser dem Flug wirklich gar nichts mehr inklusive ist. Entsprechend tief ist der Preis und entsprechend weit oben tauchen die Angebote auf Preisvergleichportalen auf. Passagiere zahlen dafür alles separat: für Handgepäck, für aufgegebene Koffer und Taschen, für die Reservation der Sitzplätze, für Verpflegung. Um weiterhin auch die grosse Zahl der preissensitiven Gelegenheitsflieger zu erreichen, passen sich American Airlines und United dem jetzt an.

Günstigere Preise oder fürs Bisherige mehr zahlen?

In den USA gehen die Meinungen über die Neuerung der Airlines auseinander. Gewisse Reiseblogger kritisieren den Schritt und sehen einen Serviceabbau, andere erhoffen sich noch günstigere Flugpreise. Es gibt aber auch Befürchtungen, dass man als Passagier für dieselben Leistungen wie bisher zukünftig mehr bezahlt. Das ist in der Tat nicht abwegig: Einnahmen aus Zuschlägen und Servicegebühren werden für Fluggesellschaften nämlich immer bedeutender.

Letztes Jahr haben die Fluggesellschaften weltweit mit solchen Gebühren gemäss Expertenschätzungen rund 67 Milliarden Dollar eingenommen. Seit 2010 haben sich die entsprechenden Einnahmen damit mehr als verdreifacht.

Mit den Billigairlines wie Easyjet und Ryanair ist der Trend, dass Fluggesellschaften immer mehr Leistungen separat verrechnen, längst auch in Europa Realität. Die Zeiten, als Passagiere auch in der Economy Class vom Personal geradezu umgarnt wurden und es selbst auf Kurzstreckenflügen Essen gab, liegen weit zurück. Die Kunden haben sich daran gewöhnt. Traditionelle Airlines wie die Swiss sind längst der Billigkonkurrenz gefolgt: In der günstigsten Billettkategorie kann auch bei der Schweizer Airline weder Gepäck eingecheckt noch der Sitzplatz ausgesucht oder der Flug umgebucht werden.

Bei Swiss und Easyjet kein Thema

So weit, dass kein oder nur noch ganz kleines Handgepäck zugelassen ist, ist bislang aber noch keine Fluggesellschaft gegangen. Bei der Swiss ist ein Benutzungsverbot der Gepäckablage kein Thema, wie die Airline auf Anfrage erklärte. Auch bei Easyjet, wo es unabhängig vom Flugpreis Standard ist, dass für aufgegebenes Gepäck und die Sitzplatzreservation bezahlt werden muss, sind keine Einschränkungen des Handgepäcks geplant. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.01.2017, 19:18 Uhr

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