Bauhaus-Gründer Heinz Georg Baus und seine Beziehung zu Belp

Der Milliardär ist im Alter von 82 Jahren verstorben. Wohnsitz hatte er zuletzt in Monaco, die Holding zügelte er vor gut einem Jahr nach Belp.

Blick in eine Bauhaus-Filiale.

Blick in eine Bauhaus-Filiale. Bild: zvg

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Als Patron der alten Schule stand Heinz Georg Baus der Bauhaus-Gruppe bis zuletzt vor. Am 10. Mai ist er 82-jährig verstorben, wie Bauhaus mitteilte. Die Beisetzung hat im engsten Familienkreis stattgefunden.

Bereits 1960 hatte Heinz Georg Baus in Mannheim das erste Bauhaus-Fachcentrum gegründet. Heute umfasst die Gruppe in 19 europäischen Ländern über 260 Baufachmärkte. Die «Bilanz» schätzt deren Umsatz auf 5 Milliarden Euro. Laut dem Wirtschaftsmagazin gehörte Heinz Georg Baus mit einem Vermögen von 4 bis 4,5 Milliarden Franken zu den reichsten Bernern.

Offiziell war er aber schon lange nicht mehr Berner. Er siedelte zwar in den 1970er-Jahren nach Gwatt bei Thun über. Vor rund zwanzig Jahren verlegte er den Wohnsitz jedoch nach Monaco, wo er auch seinen Steuersitz hatte.

In den vergangenen Monaten waren seine Beziehungen zum Kanton Bern aber wieder enger geworden: Ende 2014 verlegte die Bauhaus-Gruppe ihren Sitz aus dem Kanton Zug nach Belp. Die Interbauhaus AG ist die Beteiligungsfirma der Bauhausgruppe. Sie steuert laut Handelsregister das Finanzmanagement der Fachmärkte inklusive Investitionen, verwaltet Lizenzen und ist auch verantwortlich für die Werbung.

Sohn übernimmt

Geleitet wird die Holdingorganisation von Peter Heussi. Verwaltungsratspräsident war bis zu seinem Tod Heinz Georg Baus. Dem Verwaltungsrat gehört auch dessen Sohn an, der 51-jährige Bernd Baus. Er solle neuer Verwaltungsratspräsident werden, hatte der Patron vor sechs Jahren der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» verraten. Heinz Georg Baus hatte mit seiner Ex-Frau Heidegret Baus-Greulich drei Kinder.

Durch die Ernennung von Bernd Baus zum Verwaltungsratspräsidenten wird die Gruppe auch in Zukunft von der Familie geführt. Das Vermögen geht nach dem Tod des Gründers in eine Familienstiftung mit Sitz in Österreich über, wie aus der gestrigen Mitteilung von Bauhaus hervorgeht. Die Stiftungsgründung hatte Baus ebenfalls schon vor sechs Jahren in der FAZ angekündigt.

Heinz Georg Baus hatte im elterlichen Betrieb Schreiner gelernt. In der Schreinerei des Vaters hatte er auch das erste Warenlager eingerichtet. Er galt als publizitätsscheu. Medienanfragen lehnte er stets ab – mit der Ausnahme, als er 2010 der FAZ seine Nachfolgeregelung ankündigte. Im Kanton Bern war er auch als Gründer der Sanitärkette Duscholux in Gwatt bekannt. Diese wird aber nicht über die Bauhaus-Gruppe geführt. In den Medien wurde spekuliert, ob Duscholux über eine ausländische Finanzgesellschaft dem Gründer noch gehöre oder nicht. Aufgefallen ist aufmerksamen Beobachter verschiedentlich der Firmenjet auf dem Flughafen Belpmoos: Baus hatte selber die Pilotenlizenz.

Der Firmengründer sei bis zuletzt ein wichtiger Impulsgeber und Mentor gewesen. Aus dem operativen Geschäft habe er sich aber schrittweise zurückgezogen, dieses laufe nach seinem Tod unverändert weiter, sagt Heussi, der die Bauhaus-Holding leitet.

Ausbaupläne in der Schweiz

Neben der Finanzholding führt Heussi auch die Bauhaus Fachcentren AG. Sie ist die Dachgesellschaft für die vier Schweizer Fachmärkte in Niederwangen, Zürich, Mels und Matran. Die Kette soll weiterwachsen: In Sitten sei die Baueingabe für einen neuen Markt bereits erfolgt, weitere Projekte würden vorbereitet, sagt Heussi.

Die Holdinggesellschaften und die Bauhaus Fachcentren AG beschäftigen in Belp 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie sind unter anderem für Einkauf, Marketing, Rechnungswesen und Informatik zuständig. Zusammen mit den Fachmärkten zählt Bauhaus in der Schweiz 500 Mitarbeitende. (Der Bund)

Erstellt: 19.05.2016, 22:26 Uhr

Heinz Georg Baus auf dem ersten veröffentlichten Bild des Bauhaus-Gründers. (Bild: zvg)

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