Ihr Browser ist veraltet. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser auf die neueste Version, oder wechseln Sie auf einen anderen Browser wie ChromeSafariFirefox oder Edge um Sicherheitslücken zu vermeiden und eine bestmögliche Performance zu gewährleisten.

Zum Hauptinhalt springen

«70 Stunden pro Woche zu arbeiten, ist nicht grundsätzlich ungesund»

Dominik Bürgy will das Schweizer Arbeitsgesetz reformieren. Foto: Sabina Bobst

Sind 70 Stunden Arbeit pro Woche gesund?

Expertsuisse und weitere Verbände, die als «Allianz Denkplatz Schweiz» zusammenarbeiten, wollen das Maximum 45-Stunden-Woche im Gesetz streichen. Warum?

Statt maximal 45 Stunden pro Woche soll eine entsprechende maximale Jahresarbeitszeit gelten?

Sie arbeiten bei der Beratungsfirma EY (Ernst & Young). Wo liegen die Spitzenwerte pro Tag bei den Steuerexperten, Wirtschaftsprüfern oder Firmenberatern?

TA-Recherchen bei den Beratungsunternehmen KPMG, PWC und EY zeigten, dass Angestellte «nicht selten drei Monate lang ohne ein freies Wochenende» arbeiten und 400 Überstunden erreichen. Sie sagten in der «NZZ», dass Wirtschaftsprüfer von Januar bis Juni gängig 60 Stunden pro Woche arbeiten. Ist das nachhaltig?

Die Frage war: Wie nachhaltig sind monatelange Höchstbelastungen?

Messen Sie die Gesundheit? Wie häufig sind ihre Mitarbeiter krank? Wie hoch ist die Burn-out-Rate?

Nicht nur die Gesundheit, auch das Privatleben leidet häufig unter der hohen Arbeitsbelastung. Wie erhalten Ihre Angestellte den Kontakt zu Partnern oder Kindern?

Sie waren alleinerziehender Vater. Wann sahen Sie Ihr Kind?

Ihr Vorstoss verlangt, die minimale Nachtruhe zu verkürzen. Warum?

Ihr Vorstoss verlangt auch, das Sonntagsarbeitsverbot für Bürojobs abzuschaffen. Wann sehen sich die Lebenspartner und Freunde, wenn alle an Wochenenden arbeiten?

Arbeitsmediziner sagen, eine Liberalisierung der Arbeitszeiten käme vor allem jungen, ledigen Männern zugute, die im Geschäft «Stunden bolzen» und auf niemanden Rücksicht nehmen müssen.

Ihr Vorstoss verlangt auch die Streichung der Fürsorgepflicht des Arbeitgebers gegenüber Mitarbeitern mit minderjährigen Kindern . . .

Was wäre der Ersatz? In Ihrem Vorstoss steht nichts davon.

Was setzen Sie an die Stelle der Fürsorgepflicht?

Daniel Lampart, Generalsekretär des Gewerkschaftsbunds, sagte gegenüber «Volkswirtschaft», man müsse sich «nicht wundern», wenn Revisoren mit ihren überlangen Arbeitszeiten Mängel übersähen.

In Umfragen haben Travailsuisse und Gewerkschaftsbund wiederholt festgestellt, dass durch flexibles Arbeiten, etwa von zu Hause aus, Millionen Stunden Gratisarbeit geleistet werden. Ihr Vorstoss werde dies verstärken.

Sind die Umfrageresultate falsch?

Die Opposition der Gewerkschaften in dieser Frage geht also an den Interessen der Branchen, die Sie vertreten, vorbei?