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42 Prozent der Energieunternehmen denken an Stellenabbau

Die Energiewende und die Strommarktliberalisierung bleibt nicht ohne Folgen auf die Beschäftigung in der Schweiz.

70 Prozent der Unternehmen im Energiesektor sehen sich zu Effizienzmassnahmen veranlasst, für 42 Prozent könnte dies über Stellenabbau passieren. Am stärksten vom Personalabbau dürfte der Netzbetrieb betroffen sein, wie eine am Mittwoch präsentierte Studie des Verbands Schweizerischer Energieunternehmen (VSE) und des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group deutlich macht. Dort haben die Unternehmen nach eigenen Aussagen am ehesten Handlungsspielraum. Die 120 befragten Unternehmen sind nicht nur wegen des diskutierten Austritts aus der Atomenergie unter Druck, sie spüren vor allem auch die Folgen der komplexen Marktliberalisierung. Dabei bestehe beträchtliche Unsicherheit, schreiben die Studienautoren. Vorwürfe an Politik Die Branche befindet sich in einem schwierigen Umbruch. «Die letzten 100 Jahre sind vorbei, die nächsten 100 Jahre haben angefangen», sagte VSE-Präsident Michael Frank. 850 Stromversorger in der Schweiz seien nach hundert Jahren Monopol «steckengeblieben», ergänzte Rolf Sägesser, Präsident der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich EKZ. Die meisten Unternehmen hätten gar nicht die Struktur für die Notwendigkeiten der Zukunft. «Entweder haben wir den Mut zur Liberalisierung, oder der Staat übernimmt die Verwantwortung», sagte Sägesser. Ersteres bringe ein Flurbereinigung, letztes wäre eine dirigistische Lösung. Die politischen Rahmenbedingungen stünden einer Konsolidierung, wie sie vor allem die grossen Stromanbieter bevorzugen, im Weg. Regulatorische Eingriffe des Staates erschwerten die Flurbereinigung, sagte Sägesser. Folge der aktuellen Lage sei, dass die Eigenmittel der Energieunternehmen dahinschmelzten. Unsicherheit «Das Problem könnte aber erst dann verstanden werden, wenn wir Stromausfälle haben», warnte Sägesser. Für ihn ist die Strukturfrage zentral. Die Unternehmen führen derzeit doppel- und dreispurig, um auf verschiedene Szenarien vorbereitet zu sein, sagte Rüdiger Schicht von der Boston Consulting Group. Das bringe Kosten mit sich, für die in der weitgehend von der öffentlichen Hand kontrollierten Energiewirtschaft am Ende die Gemeinschaft aufkommen müsse. Indem sich der Umbau verzögere und dadurch teurer werde, sei den volkswirtschaftlichen Interessen der Schweiz nicht gedient, sagte der Berater. Die Unternehmen müssten für sich selber beantworten, wo sie ein sinnvolles Geschäftsfeld aufbauen oder verteidigen könnten. Bei den aktuellen, aus Sicht der Branche wenig verlässlichen Rahmenbedingungen sei es aber schwierig, beispielsweise Gaskraftwerke zu planen. «Wir können es nicht rechnen», sagte VSE- Präsident Frank.

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