Zum Hauptinhalt springen

- Informatik Via Internet den Heimrechner nutzen Von Kurt Haupt, SDA/MID Hintergrund

Ärgerlich, wenn man im Büro sitzt und auf dem PC zu Hause ein wichtiges Dokument vergessen hat.

Nervig, wenn man am Telefon jemandem die PC-Bedienung erklären soll und dessen Bildschirm nicht sieht. Doch über das Internet kann man nicht nur einfach auf die Daten von heimischen Festplatten zugreifen, sondern auch den PC komplett fernsteuern. Mobilität und Vergesslichkeit sind ein unheilvolles Paar. Denn die Kombination endet damit, dass das, was man braucht, nicht dort ist, wo man sich aufhält. Neben Schlüssel, Ausweis und Handy gehören im Digitalzeitalter auch Daten in die Schreckliste des Vergessenen. Auf dem Privat-PC erstellte Dokumente und Kalkulationstabellen fehlen im Büro oder beim Besuch bei Freunden merkt man, dass die tollen Ferienfotos nicht dabei sind. Festplatten mit Türe ins Internet Wenn man aus dem Internet auf seine heimische Festplatte zugreifen könnte, verlören vergessene Daten ihren Schrecken. Genau diese Funktion bieten sogenannte Netzwerkfestplatten. Sie haben sozusagen eine mit Passwort abgesicherte Türe ins Internet. Als Türöffner dient das bekannte ADSL-Modem, welches in den meisten Haushalten rund um die Uhr eingeschaltet bleibt. Moderne Multifunktionsmodems wie beispielsweise die Fritz!Box von AVM verfügen über eine USB-Dose, an die sich eine übliche externe Festplatte anschliessen lässt. Deren Daten stehen dann nicht nur allen Personen im Heimnetzwerk zur Verfügung, sondern lassen sich auch von jedem beliebigen PC im Internet lesen und ändern. Arbeitet man also zu Hause, speichert man seine Daten nicht auf der im PC eingebauten Festplatte, sondern auf der Netzwerkfestplatte. Ist man unterwegs, tippt man einfach die dynamisch verwaltete Internetadresse familie-meier.dyndns.org in den Browser und kann Sekunden später Dateien direkt im Browser anzeigen oder auf ein Speichermedium herunterkopieren. Vorsicht Lausch-Gefahr Der kostenlose Dienst dyndns.org sorgt dafür, dass das heimischen ADSL-Modem und die dort angeschlossene Festplatte automatisch im Internet gefunden wird. Auch wer kein ADSL-Modem mit USB-Anschluss und Network Access Storage (NAS) hat, kann eine USB-Festplatte einfach ins Heimnetz und Internet bringen. Spezielle, ab 100 Franken erhältliche NAS-Boxen wie beispielsweise iConnect von Iomega erfüllen diese Funktion. NAS hat gegenüber der Datenspeicherung im Internet bei einem Speicheranbieter wie Google, Microsoft oder Dropbox zahlreiche Vorteile. Erstens muss man bei NAS-Lösungen seine persönlichen Daten nicht einem Dritten übergeben. Ferner ist die Speicherkapazität bei NAS praktisch unbeschränkt. Wer allerdings vertrauliche Daten von NAS- Festplatten via Internet transferiert, sollte sich der Gefahr des Ablauschens bewusst sein. Hier sorgen ein Modem mit Unterstützung für Virtual Private Network (VPN) dafür, dass nur verschlüsselte Daten ins Internet gelangen. Rechner komplett fernsteuern Braucht man nicht nur Daten von seinem heimischen Rechner, sondern will diesen komplett fernsteuern, benötigt man eine Lösung für sogenannten Remote-Access (Fernzugriff). Dazu kann man kostenlos die Fernsteuersoftware UltraVNC (www.uvnc.com) oder die kommerzielle aber für Private gratis nutzbare Lösung TeamViewer (www.teamviewer.de) auf seinem Privat-PC installieren. Auf dem Büro-PC startet man ebenfalls das Fernsteuerprogramm und tippt das Passwort des Heimrechners ein. Daraufhin sieht man im Büro den Bildschirminhalt des heimischen Rechners. Mittels Maus und Tastatur kann man diesen wie gewohnt bedienen. Dank Fernsteuerung kann man beliebige Programme ausführen und sich natürlich auch vergessene Dateien einfach per E-Mail ins Büros schicken. Hilfe für Helfer Fernsteuersoftware ist auch praktisch, wenn man Freunden bei PC- Problemen aus der Patsche helfen will. Statt sich mühsam deren Problem am Telefon erklären zu lassen, kann man deren Bildschirm sehen und per Fernsteuerung auch gleich die Lösung zeigen. Die Kombination aus gutem Modem und modernem PC erlaubt sogar, den ausgeschalteten PC aus der Ferne einzuschalten. Bei dieser Aufweckfunkton via Internet schlummert der heimische Rechner bei einem Stromverbrauch von rund einem Watt. Über das Internet kann man dann das Modem veranlassen, den Rechner mit einem speziellen Befehl (Wake on LAN) aufzuwecken. Startet der PC nach dem Einschalten automatisch das Fernsteuerprogramm, kann man ihn danach einfach aus der Ferne bedienen.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch