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Angaben zur Person: Meira Loom«Wir sassen nackt ums Feuer»

Eine längere musikalische Reise der Sängerin Meira Loom durch Europa mündet in ihrem jazzig-souligen Debütalbum «Letting Go». In unserem Fragebogen erzählt die Wahlbernerin von Liebeskummer und ihrem Traumduett.

«Die Leichtigkeit fürs Leben und die Schwere für die Kunst», so das Motto der 36-jährigen Meira Loom.
«Die Leichtigkeit fürs Leben und die Schwere für die Kunst», so das Motto der 36-jährigen Meira Loom.
Foto: PD

Wer war der Held oder die Heldin Ihrer Kindheit?

Robin Hood! Oder Xenia, die unerschrockene Amazone aus Federica de Cescos Roman «Zwei Sonnen am Himmel». Ich bewunderte ihre Freiheit, Kühnheit und Tapferkeit.

Was hängt bei Ihnen an der Wand?

Hängepflanzen, ein indonesisches Batiktuch, eine Gitarre und ein Schwarzweiss-Gemälde der Berner Altstadt, das ich im Brockenhaus ergattert habe.

Wofür sparen Sie?

Sparen? Ich habe doch schon alles, was ich brauche. Meine sonstigen Wünsche kann man sowieso nicht mit Geld kaufen. Wie zum Beispiel Biogemüse im Coop ohne Plastikverpackung. Oder ein Duett mit Jamie Cullum.

Wann haben Sie sich das letzte Mal so richtig wild gefühlt?

Vor ein paar Wochen in einer Frauenrunde im Wald. Wir sassen die ganze Nacht nackt ums Feuer und fühlten uns wie Göttinnen.

«Auf der Bühne war es mir sehr peinlich, dass ich nichts zustande brachte. Seither meditiere ich lieber vor Konzerten.»

Meira Loom

Was sind Ihre aktuellen Süchte?

Reismilch mit Kakao. Und der Roman «The Mists of Avalon» von Marion Zimmer Bradley, ich lese es sogar auf dem Weg zum Bus!

Was ist Ihnen näher: das Leichte oder das Schwere?

Beides. Ich bin ein flüchtiger Luft-Mensch, der gerne in der Tiefe wühlt. Die Leichtigkeit fürs Leben und die Schwere für die Kunst. Drama inspiriert mich, Humor beflügelt mich.

Was war der schönste Ort, den Sie besucht haben?

Türkei. Marokko. Die Berge von Zhangjiajie in China. Oder vielleicht doch einfach die Aare früh am Morgen, wenn ich sie nur mit den Reihern teilen muss?

Was ist das Traurigste oder Lustigste, das Ihnen je auf der Bühne passiert ist?

Als ich 20 war, hatte ich einmal so richtig Liebeskummer. Vor einem Konzert hatte ich den ganzen Tag und die ganze Nacht lang getrunken. Auf der Bühne war es mir dann sehr peinlich, dass ich den Text vergass und auch sonst nicht viel zustande brachte. Ich rutschte immer weiter nach hinten, bis ich hinter dem Schlagzeuger versteckt war. Seither meditiere ich lieber vor Konzerten.

Was wissen nur die wenigsten Menschen über Sie?

Ich bin Linksfüsserin und Meisterin im Steinschleuder-Schiessen.

Wie sieht es aus, wenn Sie tanzen?

In meiner Vorstellung wie eine anmutige Ballerina – oder wie eine wilde Amazone.

Meira Loom live: Solidaritäts-Tag «Music for Lebanon» im Nouveau Monde Fribourg, Sonntag, 6.9., ab 10 Uhr. Cafe Marta, Dienstag, 15.9., 20 Uhr