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Lexikon der GegenwartWintering – das Gefühl, an der Seitenlinie des Leben zu stehen

Kennen Sie auch diesen Nebel im Kopf, diese Müdigkeit, diese diffuse Anspannung, an der so viele in diesem Corona-Jahr leiden? Unsere Autorin glaubt, dass das viel mit der Abwesenheit von Euphorie zu tun hat.

Vor kurzem erzählte mir ein Freund etwas Interessantes. Er meinte, die Frage «Wie geht es dir?» sei im letzten Jahr extrem kompliziert geworden. Oft wisse er gar nicht, was sagen, und murmle dann so etwas wie: «Dankbar, aber auch ziemlich verwirrt.»

Das fand ich spannend, denn mir geht es genauso. Irgendwie ist alles okay, gleichzeitig auch nicht. Ich bin unendlich dankbar, weil ich bisher unversehrt durch die Krise kam (kein Todesfall, keine Kündigung) – aber trotzdem ist da dieser Nebel im Kopf, diese Müdigkeit, diese diffuse Anspannung.

Bisher fiel es mir schwer, diesen Gefühlssalat in Worte zu fassen (zudem dachte ich auch: Das hat jetzt echt keine Priorität, und ich bin sowieso crazy privilegiert), aber inzwischen glaube ich, dass dieser seltsame Zustand ganz viel mit der kompletten Abwesenheit von Euphorie zu tun hat.

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