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Leitartikel zu MillionenprojektWieso die neue Festhalle Bern guttut

Nicht nur die Wirtschaft, auch die Bevölkerung profitiert von der neuen Festhalle. Darum verdient die Vorlage am 7. März trotz schwieriger Finanzlage ein Ja.

Solche Konzerte wie hier von One Republic sorgten in der alten Festhalle für Freude und Emotionen.
Solche Konzerte wie hier von One Republic sorgten in der alten Festhalle für Freude und Emotionen.
Foto: Manuel Lopez

In der Pandemie müssen teure Projekte noch genauer angeschaut werden. Warum soll der Steuerzahler mitten in der Krise 15 Millionen für eine neue Festhalle ausgeben? Die Stadt Bern steht finanziell schlecht da, die Steuereinnahmen dürften einbrechen. Auch weiss niemand, wie sich die Pandemie weiter entwickelt. Ausserdem: Das Messewesen war bereits vor Corona in der Krise; die goldenen Zeiten, als zahlreiche Besucher vor Ort einen Kühlschrank und gleich noch einen Grill kauften, sind längst vorbei.

Trotzdem ist die neue Festhalle ein Gewinn für die Berner Infrastruktur. Denn auf dem neuen Berner Messeplatz reicht es nicht mehr, einfach Veranstaltungen und Events durchzuführen. Gefragt sind mehr Fachmessen und die Kombination von digitalen und physischen Anlässen. Dafür besteht auch künftig eine Nachfrage. Wer diese Transformation schaffen will, muss investieren. Genau das tut Bernexpo mit Blick auf die Zukunft. Mit der neuen Kongresshalle kann Bernexpo künftig eine hohe Qualität bieten. Das pauschale Argument der Gegner, das Messewesen sei von gestern, greift deshalb nicht.

Die Baukosten betragen 95 Millionen Franken. Der Grossteil davon wird von privaten Unternehmen getragen. Somit übernehmen diese ein grösseres Risiko als die öffentliche Hand. Ein Beweis, dass die Wirtschaft an das Vorhaben glaubt.

Finden nach Corona wieder Messen auf dem Gelände statt, bringt das Leute in die Bundesstadt, die sonst nicht herkommen würden. Mit den Menschen kommt die Wertschöpfung. Allenfalls trinken die Besucherinnen und Besucher noch einen Kaffee in der Altstadt, essen im Restaurant zu Abend oder kaufen in einem Geschäft ein. Hotels profitieren von Geschäftsleuten, die sich für einen Kongress hier niederlassen.

Auch Emotionen und Freude haben einen Wert.

Dies alles kommt neben dem lokalen Gewerbe letztlich auch der öffentlichen Hand über dringend benötigte Steuereinnahmen zugute. Somit ist das Geld der Steuerzahler gut angelegt.

Auch für die Berner Jugend hätte die neue Halle Vorteile. Sie muss für grosse Konzerte nicht mehr ins Zürcher Hallenstadion reisen, sondern bloss auf das Expo-Gelände fahren. Noch heute schwärmen viele von den zahlreichen Konzerten, die in der alten Halle stattgefunden haben, darunter der Auftritt der Rolling Stones. Das zeigt: Auch Emotionen und Freude sind für eine Stadt wertvoll.

Die Verantwortlichen haben das Projekt sorgfältig ausgearbeitet. Es berücksichtigt zahlreiche unterschiedliche Anspruchsgruppen. Auch das Quartier profitiert, das Areal wird aufgewertet, Parkplätze sollen mehrheitlich unterirdisch platziert werden. Auch deshalb geniesst das Vorhaben im Berner Stadtrat grossen Rückhalt.

Die 30 Millionen, die Stadt und Kanton beisteuern wollen, sind viel Geld. Allerdings ist der Betrag auch in Relation zu den Millionen zu setzen, die derzeit für Härtefälle, Kurzarbeit oder städtische Mietzinshilfe im Kanton ausbezahlt werden.

Eine Multifunktionshalle für Konzerte, Events und Kongresse hat Strahlkraft weit über Bern hinaus. Wir sollten davon ausgehen, dass diese Dinge 2024 wieder möglich sind. Mit einem Ja kann die Bundesstadt deshalb ein Zeichen für ein Leben nach der Pandemie und den Wirtschaftsstandort Bern setzen.

4 Kommentare
    Sandro Taner

    Meiner Meinung nach wäre der Ort an bei dem BEA-Gelände ideal für einen Wolkenkratzer ca. 170m mit Wohnungen, Restaurant und vielleicht eine Festhalle im Parterre.

    Der Platz sollte gut genutzt werden. Baut endlich in die höhe Verantwortliche.